Experten: Ölpreis nach Ende der Iran-Sanktionen unter Druck

17. Jänner 2016, 16:03
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Iran-Deal aber keine Überraschung

Frankfurt –Der Ölmarkt wird nach Ansicht von Experten nach dem Ende der Sanktionen gegen den jahrelang isolierten Förderstaat Iran unter Druck bleiben. Allerdings rechnen sie nicht mit einem Preiseinbruch zu Wochenbeginn.

"Der Iran-Deal sollte den Markt nicht überraschen, da er bereits seit langer Zeit erwartet worden war", sagte Experte Amrita Sen von der Beratungsgesellschaft Energy Aspects. Die Aufhebung der Sanktionen gegen die Islamische Republik am Wochenende sei bereits in den Ölpreisen enthalten. Allerdings hält Sen ein weiteres Absinken der Kurse mit Öffnung der Märkte am Montag für möglich, da derzeit viele Investoren äußerst skeptisch gegenüber der Entwicklung des wichtigen Rohstoffes eingestellt seien.

Weltweites Überangebot

Die Aussicht auf das zusätzliche Öl aus dem Iran hat die Preise bereits Ende vergangener Woche massiv gedrückt. Am Freitagabend notierte die richtungweisende Nordsee-Sorte Brent mehr als sechs Prozent tiefer mit 28,82 Dollar und lag damit so niedrig wie zuletzt im Februar 2004. Das Fass (159 Liter) der US-Sorte WTI kostete mit unter 30 Dollar so wenig wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Mitte 2014 mussten noch mehr als 100 Dollar gezahlt werden.

Der Ölmarkt steht seit Monaten im Zeichen eines weltweiten Überangebots bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage. Anders als in früheren Jahren haben die OPEC-Staaten bisher nicht mit Förderkürzungen reagiert, um den Preis zu stützen. Im Gegenteil: Sie produzieren mehr Öl, um so ihre Marktanteile zu verteidigen. Als Hauptgrund für das Überangebot gilt der Schieferölboom in den USA.

Kurzfristige Erholung möglich

Am Wochenende kündigte das iranische Ölministerium an, mit Aufhebung der Exportschranken die Produktion um 500.000 Barrel pro Tag anzuheben. "Iran besitzt nun die Freiheit, so viel Öl zu verkaufen, wie sie wollen, an wen sie wollen, zu welchem Preis sie wollen", sagte Energieexperte Richard Nephew von der Universität von Columbia. Für die Experten vom Handelshaus Phillip Futures erfolgt "die Rückkehr des Iran an den Ölmarkt zum falschen Zeitpunkt sowohl für den Markt als auch für den Iran".

Andere Experten halten eine kurzfristige Erholung des Ölpreises für möglich, da die Unsicherheit über die Aufhebung der Sanktionen nun aus dem Markt sei. "Ich glaube wir sehen einen steilen Anstieg beim Öl – um zwei, drei, vier Dollar", sagte Phillip Streible, Marktanalyst bei RJO Futures in Chicago. Auf längere Sicht bleiben viele Börsianer jedoch skeptisch. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte jüngst für 2016 einen Rückgang des WTI-Preises auf 20 Dollar je Barrel prognostiziert. (APA/Reuters, 17.1.2015)

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