Mailand bietet 400 Euro im Monat für private Aufnahme von Flüchtlingen

17. Jänner 2016, 11:21
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40 Familien erklärten sich bisher bereit, Asylsuchende in ihrer Wohnung unterzubringen

Mailand – Die Gemeinde Mailand bietet Familien, die Asylsuchende in ihren Wohnungen unterbringen, bis zu 400 Euro im Monat und die Initiative stößt auf großes Interesse. Dutzende Anrufe sind in den vergangenen Tagen bei der Gemeinde Mailand von Personen eingetroffen, die Flüchtlinge aufnehmen wollen. 40 Familien erklärten sich bereit, in ihrer Wohnung Asylsuchende unterzubringen.

Die Unterkunftgeber müssen einen zweitägigen Kurs besuchen und den Gästen ein möbliertes Zimmer mit eigenem Bad zur Verfügung stellen. Bis Ende Jänner wird die Caritas die ersten Asylsuchenden auswählen, die bei den Mailänder Familien untergebracht werden sollen, berichtete die Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag.

Bei Privaten günstiger

"Wir haben uns nicht wegen des Geldes, sondern aus Solidarität bei der Gemeinde gemeldet. Wir wollen etwas Konkretes tun, um die Leiden dieser Flüchtlingstragödie zu lindern, angesichts derer wir machtlos sind", berichtete der 48-jährige Mario Sessa, der mit seiner Lebensgefährtin einen Flüchtling in seiner Wohnung aufnehmen will.

Für die Gemeinde Mailand ist die Unterbringung von Migranten bei Privaten wesentlich billiger als die Versorgung in einer Flüchtlingseinrichtung. Die Gemeinde will sich demnächst verstärkt für Sprach- und Ausbildungskurse für die Flüchtlinge einsetzen.

Die ausländerfeindliche Mitte-rechts-Partei Lega Nord kritisierte die Initiative der Stadt Mailand. "Die Gemeinde sollte die öffentlichen Gelder für die Mailänder Bürger in finanziellen Schwierigkeiten nutzen", sagte das Gemeinderatmitglied der Lega Nord, Davide Boni.

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) haben 2015 150.000 Flüchtlinge auf dem Seeweg Italien erreicht. Das ist ein Rückgang gegenüber 2014 (170.000).

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