Tote und Verletzte bei Selbstmordanschlag in Afghanistan

17. Jänner 2016, 11:27
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Explosion bei Versammlung in Haus von Politiker in Jalalabad – Taliban distanzierten sich von Anschlag

Jalalabad – Bei einem Selbstmordanschlag im Osten Afghanistans sind am Sonntag mindestens 13 Menschen getötet worden. Wie der Gouverneur der Provinz Nangarhar mitteilte, sprengte sich der Attentäter während einer Jirga, einer afghanischen Stammesversammlung, vor dem Haus eines Politikers in der Provinzhauptstadt Jalalabad in die Luft. Dabei seien 14 weitere Menschen verletzt worden.

Der Politiker Obaidullah Shinwari, der im Provinzrat von Nangahar sitzt, hatte in seinem Haus zu der Jirga eingeladen. Er überlebte das Attentat den Angaben zufolge unverletzt. Einer seiner Brüder wurde aber getötet. Ein Sprecher der radikalislamischen Taliban erklärte, die Gruppe habe nichts mit dem Anschlag zu tun. Allerdings distanzieren die Taliban sich regelmäßig von Anschlägen, bei den viele Zivilisten getötet wurden. Der Sprecher des Gouverneurs wies darauf hin, dass unter den Verletzten auch Shinwaris Vater Malik Osman sei, der als prominenter Stammesältester ein scharfer Kritiker der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ist.

Hauptverbindungsstraße

Jalalabad liegt an der Hauptverbindungsstraße von der afghanischen Hauptstadt Kabul nach Pakistan. Die Stadt wird immer wieder von Anschlägen erschüttert. Erst am Mittwoch waren bei einem Anschlag nahe dem pakistanischen Konsulat in Jalalabad sieben afghanische Sicherheitskräfte getötet worden. Zu der Tat bekannte sich der IS.

In Nangarhar bekennen sich immer mehr Extremisten zum IS, der große Gebiete in Syrien und im Irak kontrolliert. Die IS-Miliz hat in Afghanistan vor allem Zulauf von enttäuschten Taliban-Anhängern. Der wachsende Einfluss des IS in Afghanistan zeigt sich auch darin, dass er mittlerweile eine eigene Radiosendung in paschtunischer Sprache hat. Die afghanische Regierung versucht nach eigenen Angaben, die von einem unbekannten Ort gesendete Sendung zu unterbinden.

In der vergangenen Woche hatten Vertreter Afghanistans, Pakistans, der USA und Chinas in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad einen neuen Anlauf zu Friedensverhandlungen mit den Taliban gestartet. Die Gespräche sollen am Montag fortgesetzt werden. (APA, 17.1.2016)

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