Griechen protestieren gegen Pensionsreform

16. Jänner 2016, 17:56
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Aufruf der zwei größten griechischen Gewerkschaften: "Die Minister und Abgeordneten sollen mit 350 Euro im Monat leben"

Athen – Aus Protest gegen ein neues Pensionsreformgesetz haben am Samstag Tausende im Zentrum Athens demonstriert. Sie folgten einem Aufruf der zwei größten griechischen Gewerkschaften. "Die Minister und die Abgeordneten des Parlamentes sollen mit 350 Euro im Monat leben und ihre Familien ernähren", hieß es auf Transparenten. Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstranten auf etwa 2500.

Im Norden des Landes setzten Hunderte Landwirte den zweiten Tag in Folge ihre Proteste fort. Sie drohten, den Grenzübergang zu Bulgarien bei Promachon zu sperren, wenn die Regierung ein Gesetzesbündel nicht zurücknimmt, das höhere Steuern und höhere Rentenbeiträge für sie vorsieht. Mit rund 500 Traktoren fuhren die Bauern auf der Nationalstraße, die Griechenland mit Bulgarien verbinden, wie das Fernsehen zeigte.

Die Regierung unter Alexis Tsipras hat eine Rentenreform mit teils schmerzhaften Einschnitten ausgearbeitet. Sie ist Voraussetzung für weitere Finanzhilfen und muss vom Parlament gebilligt werden. Geplant sind Kürzungen von im Durchschnitt 15 Prozent für alle neuen Renten.

Tsipras verfügt über eine knappe Mehrheit von 153 der 300 Abgeordneten im Parlament. Die Gewerkschaften planen für Ende Jänner bereits umfangreiche Streiks. (APA, 16.1.2015)

  • Einmal mehr Protest gegen die von den Geldgebern verordneten Einschnitte.
    foto: apa/afp/louisa gouliamaki

    Einmal mehr Protest gegen die von den Geldgebern verordneten Einschnitte.

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