Kostenüberschreitung bei Wildwasseranlage Wien

16. Jänner 2016, 13:30
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Stadtrechnungshof kritisiert unter anderem unzureichende Kontrolle über die Leistungserbringung

Wien – Der Wiener Stadtrechnungshof kritisiert die Durchführung des Projekts "Wassersportzentrum Neue Donau". Neben der Errichtung der Wildwasseranlage auf der Donauinsel sollte das ehemalige Ruderzentrum generalsaniert und ausgebaut werden. Bis heute ist das aber nicht geschehen. Die zuständige MA 51 habe unzulänglich auf Kontrollberichte reagiert, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Bericht.

Die "Verbund-Wasserarena", wie die 250 Meter lange künstliche Wildwasserstrecke offiziell heißt, wurde im Sommer 2013 eröffnet. Die ursprünglich angegebenen Kosten für die Errichtung der Wildwasseranlage wurden um rund 80 Prozent überschritten. Die Kosten für die Generalsanierung des ehemaligen Rudersportzentrums waren darin noch gar nicht enthalten.

Kritisiert wird, dass die Leistungen für den Ausbau des Rudersportzentrums nicht in der Ausschreibung über die Errichtung der Wildwasserstrecke enthalten waren. Wären die beiden Teilprojekte gemeinsam ausgeschrieben worden, hätten Verfahrenskosten gespart werden können und das Gesamtprojekt "innerhalb eines angemessenen Zeitraumes" fertiggestellt werden können, so der Stadtrechnungshof.

Zweiteiliges Bauvorhaben

Das Bauvorhaben war in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil umfasste die Errichtung der künstlichen Wildwasserstrecke und der zweite Teil die Generalsanierung und den Ausbau des Ruderzentrums. Baubeginn war mit 2011 und das Bauende des Gesamtprojekts mit 2012 angeführt. In einer im Prüfbericht enthaltenen Stellungnahme des Wiener Ruderverbands heißt es, er hoffe auf einen baldigen Baubeginn und die Fertigstellung der Generalsanierung des Ruderzentrums im Jahr 2016.

Die Gesamtkosten des Projektes wurden ursprünglich mit insgesamt 3,9 Mio. Euro beziffert, die je zur Hälfte vom Sportministerium und der Stadt Wien getragen werden sollten. 2,7 Mio. Euro sollten auf die Errichtung der Wildwasserstrecke entfallen, die Kosten für den Ausbau des Ruderzentrum wurden 2010 auf 1,2 Mio. Euro geschätzt. Die Wildwasseranlage wurde schließlich jedoch mit 4,8 Mio. Euro abgerechnet. Die Kostenüberschreitung wurde durch den Bund übernommen.

Im Juli 2012 habe die von der MA 51 mit der Leistungskontrolle beauftragte Firma darauf hingewiesen, dass die prognostizierten Kosten überschritten wurden. Erst im März 2013 hieß es, dass die geplanten Leistungen für das Ruderzentrum nicht im Leistungsumfang der Baufirma enthalten sind und vom Eingang der Förderungen abhängen. Die Kontrolle sei nicht ausreichend erfolgt bzw. unzulänglich dokumentiert worden, so der Rechnungshof. Außerdem habe es die zuständige Magistratsabteilung verabsäumt, "die vertraglich vereinbarten Leistungen entsprechend einzufordern und ordnungsgemäß zu dokumentieren", heißt es im Bericht. (APA, 16.1.2015)

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