Goldman-Strafe: Billig freigekauft

Kommentar15. Jänner 2016, 18:00
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Angesichts der Praktiken und der wirtschaftlichen Potenz der US-Großbanken kann die Vorgangsweise der Behörden in den USA durchaus hinterfragt werden

Die höchste "Strafe" in ihrer Geschichte muss die Investmentbank Goldman Sachs nun lockermachen. Fünf Milliarden Dollar Buße klingt nach viel Geld, das dem berühmt-berüchtigten Institut für Verfehlungen vor der Finanzkrise abgezogen wird. Doch angesichts der Praktiken und der wirtschaftlichen Potenz der US-Großbanken kann die Vorgangsweise der Behörden in den USA durchaus hinterfragt werden. Schon im Vorfeld waren Bank of America und JPMorgan für ähnliche Verstöße zweistellige Dollar-Milliardensummen abverlangt worden. Auch im aktuellen Fall haben sich die zuständigen Behörden mit der Bank auf einen umfassenden Deal verständigt.

Die fünf Milliarden setzen sich aus Geldbuße, Entschädigungen und anderen Bestandteilen zusammen. Doch es bleibt die schiefe Optik, dass die Institute recht billig davonkommen. Strafrechtliche Konsequenzen müssen sie nicht befürchten. Und die Bußen können sie, trotz der gigantischen Dimensionen, relativ leicht stemmen. Es sind ja Banken.

Dem gegenüber stehen jene Geschäfte, die maßgeblich zur Finanzkrise, deren Nachwehen uns bis heute in Atem halten, beigetragen haben. Es wurden Kredite für Hauskäufe an beinahe mittellose Familien vergeben, die Darlehensforderungen dann gebündelt, verbrieft und mit viel Gewinn verklopft. Mit dieser Praxis verdienten sich Goldman & Co eine goldene Nase. Einen kleinen Teil davon müssen sie nun zurückgeben. (Andreas Schnauder, 15.1.2016)

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