Beirat empfiehlt Rückgabe von Objekten aus Volkskunde-Museum

15. Jänner 2016, 17:00
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Aus der ethnografischen Sammlung des früheren Wiener Patentanwalts Georg Popper

Wien – Das Österreichische Museum für Volkskunde soll 34 ethnografische Objekte aus der Sammlung des 1940 in die USA geflüchtete und dort 1959 gestorbenen früheren Wiener Patentanwalts Georg Popper an die Erben zurückgeben. Diese Empfehlung hat der Kunstrückgabebeirat in seiner heutigen Sitzung beschlossen.

Auch 17 weitere, jedoch derzeit unauffindbare Objekte sollen restituiert werden, "wenn diese im Zuge der laufenden Arbeiten in den Beständen der Sammlungen des Vereins aufgefunden werden sollten", heißt es in dem Beschluss. Der Trägerverein des Museums, der Verein für Volkskunde, hat sich dem an sich nur für Bundesmuseen geltenden Kunstrückgabegesetz freiwillig unterworfen.

Keine Rückgabe empfahl der Beirat jedoch im Fall einer Polyhymnia-Statue von Antonio Canova, die sich im Besitz der Bundesmobilienverwaltung befindet und in den Kaiserapartments der Wiener Hofburg aufgestellt ist. Die Statue gelangte als Erbe von Kaiserin Elisabeth an deren Enkeltochter Elisabeth Windisch-Graetz. Diese verkaufte die Statue im Jahr 1943 nach Verhandlungen um 250.000 Reichsmark an den sogenannten "Sonderauftrag Linz".

Windisch-Graetz' Lebensgefährte und späterer Ehemann Leopold Petznek wurde im Jahr 1944 von der Gestapo verhaftet und im Konzentrationslager Dachau interniert. Der Beirat konnte jedoch keine Verfolgung im Zusammenhang mit dem Verkauf der Statue erkennen, die nach Deutschland verbracht worden war und 1958 wieder nach Österreich zurückkehrte. (APA, 15.1.2016)

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