Flachau-Doppel von Velez-Zuzulova, ÖSV-Garde zeigt auf

15. Jänner 2016, 19:38
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Slowakin gewinnt auch zweiten Nachtslalom in Salzburg – Couragierte Auftritte von Grünwald und Gallhuber machen Hoffnung

Flachau – Bemerkenswerter Auftritt der jungen ÖSV-Garde beim Weltcup-Nachtslalom der Damen in Flachau am Freitag. Julia Grünwald und Katharina Gallhuber, die sich zuerst mit hohen Startnummern ins Final-Feld der besten 30 gecarvt hatten, ließen auch im zweiten Durchgang nicht nach. Grünwald (24) wurde schließlich mit zweitbester Laufzeit Zehnte (+1,93), unmittelbar vor der 18-jährigen Gallhuber (+2,24). Für beide war das ihr bestes Resultat im Weltcup bis dato.

Carmen Thalmann, als Sechste zur Halbzeit die bestplatzierte Österreicherin, kam dagegen in der Entscheidung nicht so recht in Fahrt. Drei Ränge büßte sie ein, blieb als Neunte (+1,89) jedoch trotzdem die beste Österreicherin. "Wir scheitern leider alle am Druck", meinte Thalmann. Jeder warte eben auf den ersten Podestplatz einer ÖSV-Slalomläuferin in diesem Winter.

Michaela Kirchgasser unterlief beim letzten Übergang ein schwerer Fehler. Mit einer sehr individuellen Linienwahl (ein Tor wurde von der "anderen" Seite passiert, was aber durchaus regulär ist) rettete sich die Lokalmatadorin als 14. ins Ziel.

Wie schon des öfteren in dieser Saison, bot ein Damen-Slalom spannungsvolle Unterhaltung (und natürlich besten Sport). Das liegt an einer gewissen Unvorhersehbarkeit der Ereignisse, einem ausgeglichenen Feld sei Dank. An diesem Abend kam noch dazu, dass die Zeitabstände nach dem ersten Lauf besonders knapp ausgefallen waren. Die besten neun trennten weniger als neun Zehntel.

Slowakischer Feiertag

Aber schlussendlich fanden sich an der Spitze des Klassements doch keine ganz unbekannten Namen. Veronika Velez Zuzulova, die bereits am Dienstag den Slalom an gleicher Stelle gewinnen konnte, zeigte erneut gute Nerven. Die Slowakin, stabil und schnell wie nie, schob sich mit Laufbestzeit auf der bereits sichtlich gezeichneten Piste von Platz zwei aus erneut ganz nach oben. Sie hielt mit gesamt 1,49,99 Minuten Frida Hansdotter knapp hinter sich. Die Schwedin (+0,20) verteidigte jedoch mit ihrem insgesamt 15. zweiten Platz die Führung in Slalom-Wetcupwertung.

Petra Vlhova sorgte mit ihrem dritten Platz (+0,53) für einen slowakischen Feiertag, noch nie waren zwei Skisportler aus dem östlichen Nachbarland gleichzeitig auf dem Podest eines Weltcup-Rennens gestanden. Die 20-Jährige Vlhova hat in diesem Winter bereits dan Slalom von Aare für sich entschieden. Das Interesse am Skisport in der Slowakei ist hoch, für die Heimrennen Anfang März in Jasna gibt es längst keine Karten mehr.

"Ich hatte ein gutes Gefühl", sagte Siegerin Velez Zuzulova, 31, über ihre emotionale Lage vor dem zweiten Lauf. Selbstverständlich freute sie sich nach selbigem sehr. Sie hält nun bei insgesamt vier Erfolgen im Weltcup. Romain Velez, Coach der Französinnen, erklärte den Höhenflug seiner Ehefrau so: "Jetzt wo es für Veronika in Richtung Karriereende geht, hat sie nicht mehr so viel Druck. Jetzt kann sie alles riskieren."

Nastasia Noens hingegen wollte wohl etwas zu viel. Unruhig und fehlerhaft fiel der Lauf der Halbzeitführenden aus, entsprechend viel Zeit verlor die Französin. Ihr blieb der vierte Platz. Erstmals in dieser Saison war damit die Nummer eins nach Durchgang eins nicht auch am Ende Erste.

Am Sonntag wird in Flachau noch ein Riesentorlauf ausgetragen. (bausch, 15.1. 2016)

Ergebnis: Slalom in Flachau

  • Katharina Gallhuber aus Göstling (Vorbild: Kathrin Zettel) freut sich über Rang elf. So gut war die 18-Jährige noch in keinem Weltcup-Rennen platziert..
    foto: apa/expa/groder

    Katharina Gallhuber aus Göstling (Vorbild: Kathrin Zettel) freut sich über Rang elf. So gut war die 18-Jährige noch in keinem Weltcup-Rennen platziert..

  • Schwang schon wieder als Flachau-Siegerin ab: Veronika Velez-Zuzulova.
    foto: apa/expa/groder

    Schwang schon wieder als Flachau-Siegerin ab: Veronika Velez-Zuzulova.

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