Forscher weisen systematischen Fehler bei GPS-Distanzmessungen nach

15. Jänner 2016, 16:20
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Salzburger Geoinformatiker entwickeln Formel, mit der sich die Diskrepanz berechnen lässt

Salzburg – Einen systematischen Fehler bei GPS-Distanzmessungen, der auch bei teuren GPS-Geräten auftritt, haben Wissenschafter der Universität Salzburg bewiesen. Entfernungen, die auf Basis von GPS-Positionsmessungen berechnet werden, scheinen in der Regel länger, als sie sind. Mit Hilfe einer Formel können die Forscher den Unterschied jetzt auch gezielt berechnen, teilte die Uni mit.

Satellitendaten werden häufig für Distanzmessungen herangezogen, so etwa, wenn sich Läufer mittels eigener Uhren oder Smartphone-Apps darüber informieren, welche Strecke sie zurückgelegt haben. Aber auch in verschiedenen Wirtschaftsbereichen wie dem Transportsektor verlasse man sich auf solche sogenannten "GPS-Tracks". Die Wissenschafter des Fachbereichs Geoinformatik der Uni Salzburg und von Salzburg Research haben im Fachblatt "International Journal of Geographical Information Science" jedoch gezeigt, dass die Entfernung zwischen zwei Positionen mit zufällig verteilten Messfehlern im Durchschnitt länger ausfällt als die Distanz zwischen zwei Positionen ohne Messfehler.

Verzwicktes Problem

"Bei einem GPS-Track werden in einer bestimmten zeitlichen Frequenz immer wieder Positionen erfasst. Jede einzelne Position ist aber nicht exakt dort, wo sie sein sollte", erklärte der Studienautor Peter Ranacher von der Uni Salzburg. Obwohl die gemessene Entfernung manchmal kürzer und manchmal länger als die tatsächliche Distanz ist, gleichen sich die Abweichungen aber nicht aus.

"Die Abweichung hängt nur teilweise mit dem Gerät zusammen. Sie wird kleiner, je besser das GPS Gerät ist, aber sie verschwindet nicht", so der Forscher. Es handle sich nämlich um einen systematischen Fehler, der neben dem Gerät auch vom Empfang, der Position der Satelliten oder den Bedingungen in der Atmosphäre abhänge. Bei Tests stellten die Wissenschafter Abweichungen von bis zu 15 Prozent der Weges fest. Genau dieser Fehler könne mit der nun entwickelten Formel berechnet werden. (APA, 15. 1. 2016)

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