US-Marine: Schnelltransporter ist nicht hochseetauglich

15. Jänner 2016, 16:37
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Die US-Marine muss Millionen Dollar für Nachbesserungen an den neu angeschafften Transportschiffen ausgeben. Die Deckaufbauten der USNS Spearhead, des ersten der von der australischen Firma Austal gebauten Katamarane, wurden bei einem Einsatz durch hohen Wellengang beschädigt.

Die Navy hatte das Design des Buges im Nachhinein geändert, um Gewichtseinsparungen zu erreichen. Mehrere Schiffe erlitten bereits Beschädigungen im Bugbereich, schreibt das Verteidigungsministerium in einem Bericht an den US-Kongress.

Die Reparatur kostete über 500.000 Dollar, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Nachrüstung der nächsten vier Schiffe kommt auf bis zu 1,2 Millionen Dollar das Stück, das Gewicht eines Wasserfahrzeuge erhöht sich dadurch um fast 800 Kilo.

Stückpreis 217 Millionen

Die aus Aluminium gebauten Hochgeschwindigkeitsschiffe sollen je 544 Tonnen Militärausrüstung und bis zu 312 Soldaten mit einer Höchstgeschwindigkeit von 35 Knoten (64 km/h) befördern können, die Reichweite beträgt über 2200 Kilometer. Die Schiffe können dadurch für Transportaufgaben eingesetzt werden, für die konventionelle Transporter zu langsam, der Lufttransport aber zu teuer wäre.

Generatorprobleme

Außerdem sind die vom italienischen Hersteller Fincantieri gelieferten Generatoren, die die Schiffe mit Strom versorgen, nicht so ausfallssicher wie erwartet: versprochen wurden über 8.000 Betriebsstunden ohne größere Probleme, in Einzelfällen kam es aber bereits nach 208 Stunden zu Ausfällen. Mittlerweile konnte die Betriebszeit auf über 1500 Stunden gesteigert werden.

Die US-Marine hat zehn Schiffe zu einem Stückpreis von 217 Millionen Dollar (fast 200 Mio. Euro) gekauft und ein weiteres bestellt. Vier Katamarane wurden bisher ausgeliefert, sechs weitere werden derzeit bei der US-Niederlassung der Herstellerfirma in Mobile, Alabama, fertig ausgerüstet. (red, 15.1.2016)

  • Die Transportschiffe der "Spearhead"-Klasse wurden bisher in Afrika, im Nahen Osten und in Singapur stationiert.
    foto: u.s. navy, lt. cmdr. corey barker

    Die Transportschiffe der "Spearhead"-Klasse wurden bisher in Afrika, im Nahen Osten und in Singapur stationiert.

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