Investoren aus Asien und Nordamerika auf dem Vormarsch

16. Jänner 2016, 12:00
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26 Prozent des Investmentvolumens kamen im Vorjahr von internationalen Investoren

Bisher waren es hauptsächlich deutsche institutionelle Investoren, die für den "internationalen" Touch am heimischen Gewerbeimmo-Investmentmarkt sorgten. Im vergangenen Jahr hat sich das geändert: "Die 'Exoten' haben die Deutschen überholt", berichtete EHL-Investmentexperte Franz Pöltl jüngst auf einer Pressekonferenz.

Die Deutschen kamen nämlich im Vorjahr nur noch auf 24 Prozent des Volumens, während 26 Prozent schon von weiter her, insbesondere aus Asien und Nordamerika, flossen. Die restliche Hälfte des investierten Geldes stammte aus Österreich.

Was die Gesamtsumme betrifft, jubelten die großen Maklerhäuser unisono: 2015 sei ein absolutes Rekordjahr gewesen, mit wahlweise 3,45 Milliarden Euro (EHL) bis hin zu 3,75 Milliarden Euro, wie sie CBRE berechnete.

Den Unterschied begründete man lapidar mit "mehr Zeit zum Recherchieren" (Georg Fichtinger, Head of Investment Properties bei CBRE) bzw. mit der einen oder anderen Transaktion, die von den beiden Research-Abteilungen zu verschiedenen Jahren dazugerechnet wurden (Pöltl, EHL). 2014 war es nämlich umgekehrt: CBRE sah da "nur" 2,8 Milliarden Euro an Investments, EHL die drei Milliarden als erreicht an.

Großvolumige Transaktionen

41 Prozent der Investitionen wurden im Jahr 2015 in Büroimmobilien gesteckt, ein weiteres Viertel für Einzelhandelsimmobilien ausgegeben. Größter Deal war der Verkauf des "Wien Mitte"-Komplexes von der Bank Austria an ein Konsortium unter Führung von Morgan Stanley Real Estate. Dafür flossen mehr als 500 Millionen Euro, die Rendite lag laut dem beteiligten Makler Michael Zöchling, Geschäftsführer der Bank-Austria-Tochter BAR, bei rund vier Prozent.

Laut Insidern war es schon bei diesem Deal so, dass der US-Konzern als "Vehikel" diente, das Geld aber von australischen und insbesondere asiatischen Investoren stammte. Geht es nach den von Ernst & Young (EY) kürzlich befragten Immo-Profis, wird auch heuer auf dem heimischen Markt vermehrt Geld aus Asien im Umlauf sein. Auch aus Nordamerika sei steigendes Interesse zu erkennen, heißt es bei den großen Maklerhäusern. Und diese Investoren hätten es vor allem auf Mega-Deals jenseits der 100-Millionen-Marke abgesehen. (mapu, zof, 16.1.2016)

  • Der Millennium Tower war die größte Transaktion des Jahres 2014, das benachbarte Büroobjekt Rivergate eine der größeren Transaktionen 2015.
    foto: standard/putschögl

    Der Millennium Tower war die größte Transaktion des Jahres 2014, das benachbarte Büroobjekt Rivergate eine der größeren Transaktionen 2015.

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