Starkes Jahr für Europas Automarkt

15. Jänner 2016, 14:25
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Die Auswirkungen des Abgasskandals bei Volkswagen halten die Branche in Atem, auch wenn die Neuzulassungen kräftig gestiegen sind

Brüssel/Berlin – Der Automarkt in der EU ist fast zurück zu alter Stärke. Die Auswirkungen des Abgasskandals bei Volkswagen aber halten die Branche in Atem. Auch Renault verfehlt bei Stichproben Abgasnormen. Es sei aber keine Betrugssoftware gefunden worden.

Trotz glänzender Absatzzahlen ist Europas Autoindustrie weiter in Aufruhr. Die Branche kämpft mit den Auswirkungen des Abgasskandals bei Volkswagen. Stichproben bei Fahrzeugen von Renault und mehreren nicht-französischen Marken hatten nach französischen Regierungsangaben die Überschreitung von Abgasnormen festgestellt. Renault betonte jedoch, dass bei seinen Fahrzeugen anders als bei Volkswagen keine Betrugssoftware gefunden worden sei.

Europas Marktführer steckt wegen der Manipulation von Abgastests bei Dieselfahrzeugen in einer schweren Krise. Dennoch stiegen auch bei Volkswagen die Verkäufe in der EU im vergangenen Jahr, wenn auch nicht so stark wie der Gesamtmarkt. Konzernweit verbuchte VW ein Plus von 6,1 Prozent auf 3,37 Millionen Fahrzeuge, wie der europäische Branchenverband Acea heute, Freitag, in Brüssel mitteilte. Der Marktanteil allerdings sank von 25,4 Prozent im Vorjahr auf 24,6 Prozent.

Starkes Jahr

Insgesamt hat der europäische Automarkt ein starkes Jahr hinter sich. Die Neuzulassungen in der EU stiegen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Prozent auf 13,7 Millionen Fahrzeuge. Dies war der höchste Stand in Westeuropa seit 2009. Damals hatten nach der Finanzkrise staatliche Verschrottungsprämien in vielen Ländern für eine Sonderkonjunktur gesorgt. Zum Vergleich: der Automarkt in China wuchs 2015 um neun Prozent auf rund 20 Millionen Fahrzeuge, der US-Markt um sechs Prozent auf 17,4 Millionen Fahrzeuge.

In Österreich gab es 2015 eine gebremste Entwicklung: Die Neuzulassungen stiegen im Gegensatz zur restlichen EU um nur 1,7 Prozent auf 308.555 unterdurchschnittlich. Dafür kam es im Dezember zu einer Aufholjagd – die Pkw-Neuzulassungen sprangen im Jahresabstand um 31,3 Prozent auf 22.832 an, während in der gesamten EU nur einen nur halb so kräftigen Zuwachs von 16,6 Prozent gab.

Starke Zuwächse in Spanien und Italien

In der EU gab es im vergangenen Jahr starke Zuwächse vor allem in Spanien, Italien und Frankreich. Die Automärkte dort hatten allerdings eine lange Krise hinter sich. Unter den einzelnen deutschen Herstellern verbuchte Daimler 2015 konzernweit ein Absatzplus von 17,3 Prozent, BMW kam auf einen Zuwachs von 12,4 Prozent. Opel und die Schwestermarke Vauxhall steigerten die Neuzulassungen in der EU um 6,3 Prozent. Der drittgrößte europäische Autokonzern Renault legte um 9,2 Prozent auf 1,33 Millionen Autos zu.

Renault steht derzeit wegen Verfehlungen bei Kohlendioxid- und Stickoxidnormen unter Druck. Frankreichs Umweltministerin Segolene Royal sagte der Zeitung "Le Parisien" (Freitagsausgabe), zum einen seien die Kontrollen nicht ausreichend gewesen, zum anderen gebe es einen Unterschied zwischen Laborergebnissen und realen Emissionen. Die Ministerin betonte aber, bei Renault sei "keine absichtliche Mogelei" nachgewiesen worden." Renault müsse aber reagieren und seine Motoren den Normen anpassen.

Die Überprüfungen waren nach dem Abgasskandal beim deutschen Autokonzern Volkswagen angeordnet worden. Bei den Verstößen geht es um die Werte für Kohlendioxid und Stickoxid. Die anderen betroffenen Marken hatte Royal nicht genannt.(APA, 15.1.2015)

  • Artikelbild
    foto: reuters/cameron
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