Tod von Wolfgang Purtscheller – Offenbar kein Fremdverschulden

15. Jänner 2016, 14:14
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Ersthelfer: Journalist war allein – Auch gerichtliche Obduktion erbrachte keine Anhaltspunkte – Sturz auf Kopf löste demnach Gehirnödem aus – Toxikologischer Befund noch ausständig

Wien – Der Tod des Journalisten und Autors Wolfgang Purtscheller war offenbar nicht fremdverschuldet. Darauf deuten erste Ergebnisse der gerichtsmedizinischen Obduktion und Aussagen des Ersthelfers hin, der sich nach APA-Recherchen bei Angehörigen gemeldet hatte. Purtscheller war in der Silvesternacht auf der Straße gefunden und reanimiert worden. Am 6. Jänner starb er in einem Wiener Spital.

Wegen des zunächst unklaren Sachverhalts und der vor allem wegen seiner Recherchen in rechtsextremistischen Kreisen exponierten und vielfach angefeindeten Person Purtschellers hatte die Staatsanwaltschaft die gerichtliche Obduktion angeordnet, nachdem Verwandte und Freunde des Verstorbenen darum gebeten hatten, um der Entstehung von Gerüchten vorzubeugen. Dezidierte Anhaltspunkte für Fremdverschulden gab es zu keiner Zeit.

Zusammengebrochen

Purtscheller war in der Silvesternacht gegen 1.00 Uhr nach dem Besuch eines Festes in Ottakring am Lerchenfelder Gürtel – Höhe Grundsteingasse zusammengebrochen. Ersthelfer war ein junger Mann (Name der APA bekannt), der aber dezidiert anonym bleiben will. Er sagte, er sei in einem Lokal gesessen und habe beobachtet, wie Purtscheller gewankt, schließlich zusammengebrochen und mit dem Kopf auf dem Gehsteig aufgeschlagen sei. Der junge Mann stürzte auf die Straße, rief den Notarzt und versuchte Erste Hilfe zu leisten.

Zu diesem Zeitpunkt kam schon eine Ärztin dazu und übernahm die Reanimation, die zunächst gelang. Die mit solchen Fällen vertraute Ärztin (Daten der APA bekannt, Anm.) gab an, dass sie keine Anzeichen auf äußere Verletzungen festgestellt hatte. Purtscheller wurde in bewusstlosem Zustand in ein Krankenhaus eingeliefert und in künstlichen Tiefschlaf versetzt. In der Nacht auf den 6. Jänner starb er.

Hirnödem

Laut Gerichtsmedizin dürfte den Tod ein durch den Sturz verursachtes Hirnödem ausgelöst haben. Auch Herzrhythmusstörungen mit möglichen kurzen Aussetzern wurden festgestellt, was letztlich den Sturz mit ausgelöst haben könnte. Einen Unsicherheitsfaktor gibt es noch: Die Blutbefunde und das toxikologische Gutachten sind noch ausständig. Das Krankenhaus hatte allerdings schon im Vorfeld den Angehörigen gesagt, dass bei Purtscheller keine Hinweise auf Alkoholisierung oder Einflüsse durch andere Substanzen festgestellt wurden. (APA, 15.1.2016)

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