IS: Terrormiliz nutzt eigenen verschlüsselten Messenger

15. Jänner 2016, 12:31
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Nach Sperre vieler IS-Anhänger durch Telegram und Co. – Derzeit für Android-Smartphones

Die Frage, auf welchem Weg die Anhänger der Terrormiliz IS ("Islamischer Staat") miteinander kommunizieren, hat sich in den letzten Monaten zu einem echten Politikum entwickelt. So warnen Geheimdienste immer wieder davor, dass die Verwendung verschlüsselter Messenger den Behörden den Blick versperrt, und fordern entsprechend Hintertüren für solche Software. Zudem wurden nach Berichten, dass IS-Anhänger über Telegram kommunizieren, zahlreiche Accounts durch den Betreiber gesperrt.

Eigenentwicklung

Die Terrormiliz scheint auf diese Situation nun genau so zu reagieren, wie es Sicherheitsexperten immer wieder prognostiziert haben: Mit der Veröffentlichung eines eigenen, verschlüsselten Messengers für Android-Smartphones. Dies berichtet Fortune in Berufung auf die Ghost Security Group.

Alrawi

Die App mit dem Namen "Alrawi" soll sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden, in der aktuellen Version aber bereits die wichtigsten Basisfunktionen zur verschlüsselten Kommunikation abdecken. Verbreitet wird sie als Android-Paket jenseits des Google Play Stores. Die Nutzer müssen sie also manuell installieren, und die dabei dargestellten Sicherheitswarnungen von Google ignorieren.

Vorgeschichte

Es ist nicht die erste App, die mehr oder minder offiziell vom IS produziert wurde. Bereits vor einigen Wochen war eine App namens "Amaq Agency" aufgetaucht, die die Terrormiliz nutzt, um Propaganda an ihre Anhänger zu verbreiten. Damals war diese noch vor allem über Telegram und direkte Nachrichten auf Twitter beworben worden. (red, 15.1.2016)

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