Rebellenführer-Familie klagt "Call of Duty"-Hersteller auf eine Million Dollar

15. Jänner 2016, 11:42
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Angolanischer UNITA-Führer Jonas Savimbi werde in "Black Ops 2" als barbarischer Schwachkopf dargestellt

Die Familie des mittlerweile verstorbenen angolanischen Rebellenführers Jonas Savimbi hat eine Schadensersatzklage in der Höhe von einer Million US-Dollar gegen Spielhersteller Activision eingereicht, berichtet The Guardian. Grund dafür ist laut der Anwaltin der Familie, Carole Enfert, die Darstellung des ehemaligen UNITA-Anführers in dem 2012 erschienenen Shooter "Call of Duty: Balck Ops 2" als "Schwachkopf, der jeden töten will". Tatsächlich sei er ein politischer Führer und Stratege gewesen.

Savimbi kämpfte in den 1970ern mit die oppositionelle Bewegung UNITA zunächst gegen die Kolonialherrschaft Portugals. Nach Angolas Unabhängigkeit kämpfte er bis zu seinem Tod 2002 gegen die kommunistisch gestützte Regierungspartei MPLA. Ein Bürgerkrieg, der mehr als 500.000 Menschenleben forderte.

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Die Mission "Pyrrhic Victory" in "Black Ops 2".

Nicht die erste Klage

In "Black Ops 2" ist Savimbi in der Mission "Pyrrhic Victory" zu sehen, in dem er seine Truppen in die Schlacht treibt und dazu ermutigt, so viele Gegner wie möglich zu töten, während er mit einem Granatwerfer in der Hand gestikuliert.

Es ist nicht die erste Klage gegen Activision aufgrund der Kriegsspielserie "Black Ops 2". 2014 zog der Ex-Diktator von Panama Manuel Noriega vor Gericht, weil er sich durch seine Darstellung im Shooter verleumdet fühlte. Activision engagierte daraufhin den Anwalt Rudy Giuliani, Ex-Bürgermeister von New York, um sich gegen die "absurde" Klage zu verteidigen. Der zuständige Richter gab Activision recht und ließ das Verfahren einstellen. (zw, 15.1.2016)

  • Der virtuelle Jonas Savimbi in "Black Ops 2".
    foto: call of duty: black ops 2

    Der virtuelle Jonas Savimbi in "Black Ops 2".

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