Prominente Juristen und Geizhals.at-Gründer spenden für Griss

15. Jänner 2016, 10:14
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Hofburgkandidatin Irmgard Griss erhielt bisher 291.491 Euro von 277 Einzelspendern

Wien – Irmgard Griss hat am Freitag auf ihrer Homepage einen Zwischenstand der Spenden für ihre Hofburgkandidatur veröffentlicht. Bisher wurden demnach 291.491 Euro für die ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofs (OGH) überwiesen. Umgelegt auf die 277 Spenderinnen und Spender ergibt das im Schnitt 1.052,31 Euro pro Person. Der Median liegt bei 100 Euro, das heißt, die Hälfte aller Spenden ist höher als hundert Euro, die andere niedriger.

Juristen für die Juristin

In der Spenderliste finden sich viele Juristen, darunter auch sehr prominente wie der Wiener Steuerrechtsprofessor Werner Doralt, dem eine Bundespräsidentin Griss ebenso tausend Euro wert ist wie dem ehemaligen Verfassungsrichter und Professor für Finanzrecht an der Uni Graz, Hans Georg Ruppe, und dem ehemaligen Präsidenten des Oberlandesgerichts Graz, Heinz Wietrzyk.

Grazer Solidarität – von dort stammt Griss – mit hohem Bekanntheitsfaktor findet sich bei einem weiteren Namen: 2.500 Euro stammen von Julius Kraft-Kinz, einem emeritierten Professor für Chirurgie der Karl-Franzens-Universität.

Gar nicht geizig

Einen sehr prominenten Hintergrund hat die dritthöchste Summe in der Spenderliste: Marinos Yannikos, Gründer des Online-Preisvergleichsportals geizhals.at, überwies, wie er betonte, als Privatperson 20.000 Euro an Griss. Der Internet-Unternehmer hat schon einmal eine politische Gruppierung großzügig unterstützt, indem er 2014 bei der EU-Wahl für die Kampagne von Martin Ehrenhausers "Europa anders" 16.344 Euro zur Verfügung stellte.

42 Personen ist die Unterstützung von Irmgard Griss' Wahlkampf 1.000 Euro oder mehr wert.

Mit dem fünffachen Betrag (100.000 Euro) der Yannikos-Spende ganz vorne in der Rangliste liegt weiterhin Cattina Leitner, auch eine Juristin mit Vergangenheit als Richterin am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz und derzeit unter anderem Vorsitzende des Unirats der Med-Uni Graz.

Von zehn Euro aufwärts

Den bisher zweithöchsten Betrag überwies mit 50.000 Euro Ferdinand Sorger senior. Drei weitere Spender sind mit je 10.000 Euro aufgelistet. Es gibt aber auch viele Menschen, die mit kleinen Beträgen von zehn Euro aufwärts die Kandidatur der Leiterin der Hypo-Kommission unterstützen und sich auch öffentlich dazu bekennen wollen.

Das tut auch eine ehemalige ÖVP-Politikerin: Die Tirolerin Therese Lukasser saß einmal im Bundesrat und unterstützt nun – zumindest finanziell – die unabhängige Kandidatin ohne Parteiapparat hinter sich mit tausend Euro. (Sebastian Fellner, Lisa Nimmervoll, 15.1.2016)

  • Irmgard Griss ist für ihren Wahlkampf auf Spenden angewiesen, viele juristische Kolleginnen und Kollegen greifen für sie in die Tasche.
    foto: reuters / leonhard foeger

    Irmgard Griss ist für ihren Wahlkampf auf Spenden angewiesen, viele juristische Kolleginnen und Kollegen greifen für sie in die Tasche.

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