Seit Jahresbeginn mehr als 50.000 Flüchtlinge in Deutschland

15. Jänner 2016, 07:06
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Zahl der Neuankommenden trotz Winters weiter hoch – vor allem mehr aus Algerien und Marokko

Berlin – Trotz des Winters kommen weiter täglich tausende Flüchtlinge in Deutschland an: Seit Jahresbeginn seien 51.395 neue Asylbewerber von den Behörden registriert worden, berichtet die "Bild"-Zeitung in ihrer Freitagsausgabe unter Berufung auf Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BaMF).

Angesichts der hohen Zahlen will die Union die sicheren Drittstaaten auf Nordafrika ausdehnen. Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer, sagte der Zeitung: "Wir müssen die Liste der sicheren Herkunftsstaaten ausweiten – vor allem um Marokko." So solle verhindert werden, dass Einwanderer nach Deutschland kämen, "die nur unser Sozialsystem ausnutzen wollen".

477.000 Asylanträge 2015

Im vergangenen Jahr kamen 1,1 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland. Die Zahl der tatsächlich gestellten Asylanträge lag mit knapp 477.000 deutlich niedriger. Dies liegt daran, dass es oft sehr lange dauert, bis ein eingereister Flüchtlinge einen Asylantrag stellen kann. Gleichwohl wurde die höchste Zahl an Asylanträgen registriert, die es je in einem Jahr in Deutschland gab. Den größten Anteil unter den Antragstellern bilden die Flüchtlinge aus Syrien.

Anstieg aus Algerien und Marokko

Die Zahl der Asylbewerber aus Algerien und Marokko steigt unterdessen stark an. Wie die "Frankfurter Rundschau" (Freitag) unter Berufung auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge berichtet, gelangten allein im Dezember fast 2.300 Algerier und 3.000 Marokkaner nach Deutschland. Noch im August waren insgesamt weniger als 1.500 Algerier und Marokkaner dorthin gekommen. Im ganzen Jahr 2014 hätten weniger als 4.000 Menschen aus beiden Ländern in Deutschland Asyl beantragt.

Innenminister Thomas de Maiziere hatte den Anstieg der Zuwanderung aus Algerien und Marokko bei der Vorstellung des Migrationsberichts für das Jahr 2014 als besonderes Problem bezeichnet. Später stellte sich heraus, dass auch viele Algerier und Marokkaner unter den Beschuldigten für die Kölner Übergriffe gegen Frauen in der Silvesternacht sind. (APA, AFP, dpa, 15.1.2016)

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