Amnesty: Regierung tut zu wenig gegen Entführungen in Mexiko

14. Jänner 2016, 17:31
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AI-Regionalchefin Erika Guevara Rosas: "Leider ist das Verschwindenlassen in Mexiko ganz normal geworden und gehört zum Alltag"

Mexiko-Stadt – Die mexikanische Regierung unternimmt nach Einschätzung von Menschenrechtsaktivisten zu wenig gegen das Verschwinden zahlreicher Menschen in dem lateinamerikanischen Land. "Die Unfähigkeit der mexikanischen Regierung, adäquat zu ermitteln, bringt Tausende Menschen in Gefahr", hieß es in einem Bericht von Amnesty International (AI), der in der Nacht auf Donnerstag vorgestellt wurde.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelten teilweise nur mangelhaft oder arbeiteten mit kriminellen Organisationen zusammen. AI Deutschland forderte die deutsche Bundesregierung auf, das Thema Menschenrechte bei den Verhandlungen über das deutsch-mexikanische Sicherheitsabkommen zum zwingenden Kriterium zu machen.

In Mexiko gelten mehr als 27.000 Menschen als vermisst. Die Verschleppung und der mutmaßliche Mord an 43 Studenten im September 2014 ist der prominenteste Fall. Bis heute ist die Tat nicht vollständig aufgeklärt. "Leider ist das Verschwindenlassen in Mexiko ganz normal geworden und gehört zum Alltag", sagte die AI-Regionalchefin Erika Guevara Rosas. (APA, 14.1.2016)

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