Schwarze Liste: "Paragon"-Spieler irrtümlich als Terrorist verdächtigt

14. Jänner 2016, 14:08
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Epic entschuldigt sich für falsch eingesetztes Blacklist-System der Regierung

Ein amerikanischer Professor namens Muhammad Zakir Khan konnte sich nicht für den Betatest von Epic Games' neuem Online-Shooter "Paragon" anmelden, weil ihn ein automatisiertes Blacklist-System fälschlicherweise für einen Terrorist hielt.

Der Grund: Khan, ein muslimischer Assistenzprofessor am Broward College in Florida teilt seinen Namen mit einem den US-Behörden bekannten Extremisten, der auf unter wirtschaftlichen Sanktionen steht, berichtet The Guardian.

Entschuldigung

Nachdem der Vorfall bekannt wurde, entschuldigte sich Hersteller Epic bei dem Mann und erklärte gleichzeitig, dass eingesetzte Sicherheitssystem nicht auf Konsumentenebene hätte angewandt werden sollen. Als gelegentlicher Auftragnehmer von US-Behörden (vorrangig für die Entwicklungssoftware Unreal Engine) setzt Epic wie viele amerikanische Unternehmen eine öffentlich wenig bekanntes Blacklist-System ein, das verhindern soll, dass US-Firmen unabsichtlich Handel mit vom Staat sanktionierten Personen betreiben. Dazu gehören beispielsweise mutmaßliche Drogenhändler, Wirtschaftskriminelle oder Terroristen.

Laut Epic-Chef Tim Sweeney hätte die schwarze Liste aber nicht bei Spielkonsumenten zum Einsatz kommen sollen, sondern ausschließlich bei Geschäftskunden. Weiters hätte eine einfache Namensgleichheit kein Grund für eine Blockade sein dürfen.

Besorgniserregend

Der Vorfall erreichte über einen Tweet des sichtlich betroffenen Professors das Licht der Öffentlichkeit, in dem er erklärte, kein Terrorist zu sein. Ein Screenshot der Blockade-Meldung zeigt, dass ihn das System unter Verdacht gestellt hat und er sich an den Kundendienst wenden solle.

Sweeney schaltete sich daraufhin persönlich in die Diskussion ein. Khan begrüßte zwar Epics öffentliche Entschuldigung, zeigte sich dennoch besorgt, dass mit einem derartigen System offenbar fahrlässig umgegangen wurde. "Es ist kein gutes Gefühl, wenn die persönliche Freiheit aufgrund der eigenen Religion oder des Namens eingeschränkt wird. Diskriminierung führen zu Traumata, auch wenn man dies als Außenseiter nicht versteht. Der Schmerz ist real und schwer zu verarbeiten." (zw, 14.1.2016)

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