Übergriffe in Köln: Polizei verstärkt Präsenz

14. Jänner 2016, 13:22
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10.000 Euro Belohnung für Hinweise auf Täter – Opposition will Rücktritt von nordrhein-westfälischem Innenminister

Köln – Mit mehr Polizisten, schnelleren Strafverfahren und Belohnungen für Tippgeber will die nordrhein-westfälische Landesregierung auf die Silvester-Übergriffe in Köln reagieren. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft kündigte am Donnerstag ein Maßnahmenpaket im Düsseldorfer Landtag an.

Damit solle verhindert werden, dass sich "solch beschämende Vorfälle wie in der Silvesternacht" am Kölner Hauptbahnhof wiederholen könnten. "Es ist ein schlimmer Eindruck, der da entstanden ist. Der Eindruck, der Staat habe das Heft des Handelns für ein paar Stunden verloren", sagte die Regierungschefin in einer von der Opposition beantragten Sondersitzung des Parlaments. Es tue ihr persönlich "unendlich leid, dass dies geschehen konnte".

CDU-Fraktionschef Armin Laschet legte Kraft die Entlassung von Innenminister Ralf Jäger (SPD) nahe. Ein Neuanfang bei der inneren Sicherheit in Nordrhein-Westfalen sei mit einem Innenminister, der fünf Jahre lang versagt habe, nicht möglich. CDU und FDP erwägen, einen Untersuchungsausschuss zu beantragen, um die Verantwortlichkeiten für das Polizei-Debakel zu klären.

500 Beamte mehr

Die Zahl der Polizeibeamten in NRW solle schnell um 500 erhöht werden, kündigte Kraft an. Da die Ausbildung neuer Polizisten drei Jahre dauere, werde die Landesregierung ausscheidende Beamten bitten, freiwillig länger im Dienst zu bleiben.

Außerdem sollen die Beamten von Verwaltungsarbeiten entlastet werden, um mehr Präsenz auf der Straße zeigen zu können. Daneben werde NRW nicht mehr über die getroffenen Vereinbarungen hinaus Einsatzhundertschaften in andere Bundesländer schicken.

Belohnungen für Tippgeber

Zur Ergreifung der Täter sollen Belohnungen für Tippgeber ausgesetzt werden, sagte Kraft. Für entscheidende Hinweise setzte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag 10.000 Euro Belohnung aus.

An Kriminalitätsschwerpunkten sollen spezielle Ermittlerteams eingesetzt werden. Straftäter müssten schneller verurteilt werden, forderte die Regierungschefin. Dazu solle das sogenannte beschleunigte Strafverfahren intensiver genutzt werden. (APA, 14.1.2016)

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