Risiken für die Welt verschärfen sich 2016 auf breiter Front

14. Jänner 2016, 13:10
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Versagen der Klimapolitik wäre laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums besonders gravierend

Davos – Das Versagen der Klimapolitik hätte momentan die schwerwiegendsten Folgen für die Welt. Zu diesem Schluss kommen die Experten des Weltwirtschaftsforums (WEF). Dennoch rechnen sie nicht unbedingt mit Umweltkatastrophen, viel eher gehen sie von Bedrohungen im Zuge der Flüchtlingskrise aus.

Generell scheint das Leben in den Augen der Experten gefährlicher geworden zu sein. Noch nie in den elf Jahren, in denen die Studie zu den globalen Gefahren erstellt wird, sei die Risikolandschaft so breit gefächert gewesen, heißt es in der Mitteilung zum Global Risk Report 2016 vom Donnerstag. Die Studie wird traditionell vor Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos publiziert.

Bei allen Gefahren – ob umweltbezogen, gesellschaftlich, wirtschaftlich, geopolitisch oder technologisch – ist die Eintrittwahrscheinlichkeit demnach gestiegen. Sie sind auch stärker miteinander verknüpft als früher.

Gefahren am ehesten durch Migrationsströme

Eine besondere Bedeutung spielen 2016 die Umweltgefahren. "Der Klimawandel verschärft mehr Risiken als jemals zuvor", wird Cecilia Reyes, Risikomanagerin beim Versicherungskonzern Zurich, zitiert. Als Beispiele nennt sie Wasser- und Nahrungsmittelknappheit, eingeschränktes Wirtschaftswachstum, schwächeren gesellschaftlichen Zusammenhalt und zunehmende Bedrohungen der Sicherheit. Politische Konflikte erschwerten es, die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen.

Für die Studie werden 750 Fachleute befragt. Sie schätzen das Versagen der Klimapolitik zwar als folgenschwerstes Risiko ein, gefolgt vom Schadenspotenzial durch Massenvernichtungswaffen, Wasserkrisen, unfreiwillige Migrationsströme und Energiepreisschocks. Doch bei der Eintrittswahrscheinlichkeit belegt die gescheiterte Umweltpolitik nur Rang drei. Am ehesten rechnen die Experten mit Gefahren, die von unfreiwilligen Migrationsströmen, also der Flüchtlingskrise, ausgehen. Die politische Instabilität sei so hoch wie seit dem kalten Krieg nicht mehr.

Ein sogenannter "Black Swan" (schwarzer Schwan), also ein unerwartetes Ereignis mit weitreichenden Konsequenzen, könnte bei technologischen Risiken auftreten. Unter Führungskräften in der Schweiz und sieben weiteren Ländern gelten Cyberangriffe sogar als gravierendstes Risiko für die Geschäftstätigkeit. (APA, 14.1.2016)

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