Weltraumporno und Onanie-Gadgets: Wie Pornhub im Gespräch bleibt

13. Februar 2016, 15:40
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Scheinbar kuriose Statistiken und gutes Timing sorgen für hohe Medienpräsenz der Videoplattform

Der Name Pornhub ist in der Welt der Pornovideo-Webseiten längst keine Unbekannte mehr. Kaum eine Firma aus der "XXX"-Branche ist in der Berichterstattung so präsent. In der Berichterstattung beweist sich Pornhub dabei sogar oft erfolgreicher als Konkurrenten wie Youporn.

Der Grund ist seine Medienstrategie. Mit Statistiken aus der Welt des nackten Bewegtbilds, gut getimten Tweets und kuriosen Vorhaben hat man sich zum Liebling der Medien gemacht, wie der "Spiegel" analysiert.

Weltraumporno und Wankband

Auch der WebStandard hat bereits über Zahlen und Projekte von Pornhub berichtet. So suchte die Firma vergangenen Juni nach Schwarminvestoren zur Umsetzung des ersten Weltraumpornos namens "Sexploration". Und mit dem "Wankband" präsentierte man wenige Monate vorher ein Gadget in Armbandvor, das per Masturbation und andere Handbewegungen auf kinetische Weise Strom erzeugen sollte. Wenig überraschend interessierten sich viele Leser bei diversen Medien für beide Ankündigungen.

pornhub

Erfolgreiche Statistikplattform

Das zweite große Präsenzvehikel ist "Insights", eine Art eigene Statistik-Plattform. Zuletzt veröffentlichte man dort eine Zusammenfassung für 2015. Man analysierte, wie sich die Zugriffe der User auf die Seite, die Suche und diverse Pornokategorien während Ereignissen wie dem Super Bowl entwickelten oder welchen Plattformen auf welche Inhalte zugegriffen wird und ließ manche Entwicklungen von einer Sexualtherapeutin kommentieren.

Seit 2013 ist Insights in Betrieb und immer wieder lockt man mit neuen Statistiken, die gerne auch anlassbezogen direkt kommuniziert werden. Beispiel: Zum Kinostart von "Star Wars: The Force Awakens" verriet Pornhub, dass die Abfrage für den Suchbegriff "Princess Leia" nun vor jenen für den "Anal Lightsaber". Passend dazu hatte man natürlich noch Informationen über andere "Star Wars"-Suchanfragen parat.

Sehr gerne stellt man auch Ländervergleiche an. Wer schaut wo wann was und wie lange? – Es sind Fragen wie diese, die man dabei beantwortet. Auch für Österreich lieferten die Betreiber bereitwillig Zahlen, für Deutschland gab es eine Analyse zum Oktoberfest.

foto: pornhub

Geschickte Social-Media-Arbeit

Und auch soziale Medien bespielt man, trotz Richtlinien-bedingter Restriktionen, mit Bravour. Dabei muss man nicht einmal unbedingt auf frische Insights-Zahlen verweisen, sondern liefert humoristische Kommentare zu aktuellen Ereignissen. Als Deutschland im WM-Halbfinale 2014 den Gastgeber Brasilien mit 7 zu 1 vom Platz fegte, bat man per Twitter im Anschluss die Nutzer darum, doch nicht weiter Höhepunkte des Spiels auf Pornhub hochzuladen, da die Kategorie "öffentliche Erniedrigung" voll sei.

Nur scheinbar interessante Zahlen

Vor allem die von Pornhub veröffentlichten Zahlen seien eigentlich oft unspektakulär, kritisiert man beim "Spiegel". Dass etwa während laufender WM-Fußballspiele weniger auf einem Pornoportal gesurft wird und der Anteil der PlayStation-Nutzer unter den Besuchern steigt, wenn sich die Konsole erfolgreicher verkauft als die Konkurrenz, sollte eigentlich kaum überraschen. Trotzdem gelingt Pornhub damit jedes Mal aufs neue, sich in die Medien zu drängen.

Dabei würde auch oft übersehen, den Projekten der Betreiber weiter nachzugehen. So erreichte der Weltall-Porno etwa nicht einmal ein Zehntel des Zielbetrags von 3,4 Millionen Dollar. Und die Betatester-Anmeldung für das "Wankband" ist seit bald einem Jahr möglich, ohne dass es seitdem Neuigkeiten zu dem Gadget gegeben hätte.

Konkurrenz zieht nach

Währenddessen versucht auch Pornhubs Konkurrenz, neue Wege zu beschreiten, um sich höhere Popularität zu verschaffen. Im Sommer 2014 stieg etwa Youporn erstmals als Sponsor eines Teams in den boomenden E-Sports-Sektor ein. Die Aktivitäten des "Team YP" hat man seitdem ausgebaut, mittlerweile ist man in sechs Spielen, darunter "Dota 2" und "Counter Strike: Global Offensive", mit Teams vertreten. (gpi, 13.02.2016)

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