Pension: Deutsche schlechter abgesichert als Österreicher

14. Jänner 2016, 12:19
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Studie sieht wachsende Ungleichheit

Berlin – In Deutschland sind Beschäftigte laut einer Studie über die gesetzliche Pension weit weniger abgesichert als in Österreich. Das werde an verschiedenen Zahlen deutlich, erklärte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung bei der Vorstellung ihrer Erhebung am Donnerstag.

So erhielten langjährig versicherte Männer, die in Pension gingen, 2013 in Deutschland im Schnitt 1.050 Euro Alterspension im Monat. In Österreich kam ein vergleichbarer Neupensionist auf 1.560 Euro – bei 14 Auszahlungen pro Jahr. Auch für die heute Jüngeren sind der Studie zufolge die Pensionsperspektiven in Österreich wesentlich besser als in Deutschland. In Österreich gebe es aber auch höhere Beiträge für die gesetzliche Pension.

Staatliche Leistungen in Deutschland gesenkt

Während sich die Altersversorgung in Österreich weiter weitgehend auf die umlagefinanzierte gesetzliche Pension konzentriere und darin auch die Selbstständigen einbezogen worden seien, werde in Deutschland das Sicherungsniveau der gesetzlichen Pensionen deutlich gesenkt, so die Stiftung. Ausgleichen sollte das die private, aber staatlich subventionierte Riester-Vorsorge – allerdings erziele diese keine gleichwertige Absicherung.

In Deutschland wurde unter der rot-grünen Regierung von Kanzler Gerhard Schröder 2001 mit dem "Altersvermögensgesetz" das System reformiert und ein Teil der staatlichen Leistung durch private Absicherung (die sogenannte 2. und 3. Säule des Systems) ersetzt. Die Pensionsreformen unter der schwarz-blauen Regierung 2003 und 2004 in Österreich passten die staatliche Leistung bei künftigen Pensionen an, blieben jedoch im Wesentlichen bei der Ausrichtung auf das Umlageverfahren. (APA, 14.1.2016)

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