Kursverluste bei Gopro nach schwachem Quartal

14. Jänner 2016, 09:09
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US-Kamerahersteller verliert weiteren Topmanager, Weihnachtsgeschäft macht Anlegern Sorgen

San Mateo – Die Anleger haben den Glauben an den Kameraanbieter Gopro verloren. Ein enttäuschendes Weihnachtsgeschäft scheint ihre Sorgen zu bestätigen. Zudem geht noch ein wichtiger Manager von Bord.

Gopro hat nach einem schwachen Quartal einen deutlichen Stellenabbau angekündigt, die Aktien brachen daraufhin ein. Sie verloren im nachbörslichen Handel am Mittwoch rund ein Viertel ihres Werts. Gopro gab zuvor überraschend den Umsatz für das Weihnachtsquartal bekannt – und verfehlte dabei deutlich die Erwartungen. Die Firma rechnet mit Erlösen von 435 Millionen Dollar (400 Millionen Euro), Analysten hatten mehr als 500 Millionen erwartet.

Gopro erklärte, vor allem in der ersten Hälfte des Quartals seien die Verkäufe der Kameras unter den Erwartungen geblieben. Der Umsatz werde auch von Belastungen wegen einer Preissenkung beim neuen Modell Hero 4 Session gedrückt. Gopro halbierte den Preis nach einem schwachen Verkaufsstart auf 199 Dollar.

Nun sollen sieben Prozent der Arbeitsplätze gestrichen werden. Zuletzt habe Gopro mehr als 1.500 Mitarbeiter gehabt, der Abbau dürfte also gut 100 von ihnen treffen. Die Abfertigungen werden im laufenden Vierteljahr voraussichtlich Kosten von fünf bis zehn Millionen Dollar verursachen. Die Firma hatte in den vergangenen beiden Jahren die Mitarbeiterzahl um jeweils 50 Prozent erhöht.

Pionier im Actionkamera-Geschäft

Gopro ist ein Pionier im Geschäft mit Actionkameras. Die Firma entstand aus einem Hobby von Gründer Nick Woodman, der als Surfer erste Prototypen für sich selber bastelte. Er traf einen Nerv bei Sportlern und Abenteurern, Gopro wurde international erfolgreich und legte im Juni 2014 einen starken Börsengang hin. Die Aktie wenige Monate danach einen Höhepunkt bei rund 90 Dollar.

Doch Investoren zweifeln schon seit einiger Zeit an den geschäftlichen Aussichten angesichts zunehmender Konkurrenz. In den vergangenen zwölf Monaten verlor die Aktie rund drei Viertel ihres Werts und notierte zuletzt im regulären Handel mit 14,61 Dollar deutlich unter dem Ausgabepreis von 24 Dollar. Nachbörslich rutschte der Kurs auf gut elf Dollar. Gopro wäre damit noch etwa 1,5 Milliarden Dollar wert.

Einige Analysten sind der Ansicht, dass Gopro sein Marktpotenzial weitgehend ausgeschöpft haben könnte – mit anderen Worten, dass die meisten Leute, die eine solche Kamera haben wollen, sich inzwischen schon eine gekauft haben. Woodman will das Geschäft mit Hilfe von 360-Grad-Videos und dem Verkauf von Inhalten ausbauen. Der Manager Zander Lurie, der das Unterhaltungsgeschäft entwickeln sollte, wechselte jetzt jedoch in den Chefsessel beim Online-Umfragenanbieter Survey Monkey. (APA, 14.1.2016)

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    foto: ap/ ron harris

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