Was für Junge im Job zählt

14. Jänner 2016, 15:19
225 Postings

Die Jobwechselbereitschaft ist laut einer weltweiten Umfrage bei den so genannten "Millenials" besonders hoch. Wichtig sind ihnen Werte

"Millennials", also Personen, die etwa im Zeitraum 1980 bis 1999 geboren wurden, zeigen laut einer weltweit durchgeführten Umfrage von Deloitte eine hohe Jobwechselbereitschaft und hohe Werteorientierung.

Für den fünften Deloitte Millennial Survey 2016 wurden zwischen September und Oktober 2015 weltweit insgesamt rund 7.700 Millennials aus 29 Ländern befragt. Alle Teilnehmer verfügen über einen akademischen Abschluss, haben eine Vollzeitbeschäftigung und arbeiten zum überwiegenden Teil in privatwirtschaftlichen Unternehmen mit mehr als 100 Angestellten.

Die jungen Arbeitnehmer suchen nach Entwicklungsmöglichkeiten und streben Führungsverantwortung an. Und sie wollen in Unternehmen arbeiten, die nicht nur auf reine Gewinnmaximierung ausgerichtet sind.

Wechsel für viele Normalität

Einer von vier Millennials wäre laut der Befragung bereit, im nächsten Jahr einen neuen Job anzutreten und etwas völlig anderes zu machen. Auf Sicht von zwei Jahren streben bereits 44 Prozent einen Jobwechsel an, und bis 2020 sind es sogar zwei Drittel der Befragten. Unter den Befragten befinden sich allerdings keine Österreicher. "Die hohe Jobwechselbereitschaft unter den Millennials ist ein weltweiter Trend, den wir auch in Österreich beobachten", so Bernhard Gröhs, Managing Partner von Deloitte Österreich.

Die Loyalität der Millennials muss hart erarbeitet werden, die jungen Arbeitnehmer suchen Entwicklungsmöglichkeiten und wollen Führungsverantwortung übernehmen, verlangen nach Flexibilität und sinnvollen Tätigkeiten, so die Studienautoren.

Dabei werde das Thema "Leadership" immer wichtiger. Mehr als sechs von zehn Befragten sind der Meinung, dass ihrer Fähigkeiten diesbezüglich nicht ausreichend gefördert werden. Sie fühlen sich häufig übergangen. Die daraus resultierende Enttäuschung sei für Unternehmen besonders riskant.

Der Sinn dahinter zählt

Die Millennials zeigen auch ein hohes Selbstbewusstsein: Drei Viertel geben an, selbst die Kontrolle über ihren Karriereweg zu haben. Eigene Werte im VordergrundDie hohe Werteorientierung der jungen Arbeitnehmer zeigt sich etwa daran, dass 56 Prozent alleine aufgrund der Philosophie eines Unternehmens ausschließen, für dieses zu arbeiten. 49 Prozent der Befragten haben sich schon einmal geweigert, eine bestimmte Aufgabe zu übernehmen, weil sie sich mit ihr nicht identifizieren konnten. 44 Prozent haben deswegen schon ein konkretes Jobangebot abgelehnt.

"Millennials stellen ihre eigenen Werte nicht selten über die des Unternehmens. Sie trauen sich Nein zu sagen, wenn eine konkrete Aufgabe mit ihren Überzeugungen im Widerspruch steht", so Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte Österreich. Die jungen Arbeitnehmer wollen zum überwiegenden Teil für Unternehmen tätig sein, die nicht nur auf reine Gewinnmaximierung ausgerichtet sind, sondern ihrer Tätigkeit auch einen übergeordneten Sinn geben. Für 56 Prozent war der tiefere Unternehmenszweck auch einer der Hauptgründe für die Jobwahl. 88 Prozent der Befragten, die schon länger als fünf Jahre in ihrem Unternehmen tätig sind, zeigen sich mit dem Sinnverständnis ihrer Organisation einverstanden. (APA)

  • Junge wollen offenbar zum überwiegenden Teil für Unternehmen tätig sein, die nicht nur auf reine Gewinnmaximierung ausgerichtet sind, sondern ihrer Tätigkeit auch einen übergeordneten Sinn geben.
    foto: istock

    Junge wollen offenbar zum überwiegenden Teil für Unternehmen tätig sein, die nicht nur auf reine Gewinnmaximierung ausgerichtet sind, sondern ihrer Tätigkeit auch einen übergeordneten Sinn geben.

Share if you care.