Pflegeheime in Vorarlberg sollen größer und damit wirtschaftlicher werden

13. Jänner 2016, 19:38
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Größere Heime, kleinere Zimmer und mehr individuelle Betreuung sind Ziele der Landesregierung

Bregenz – Die Qualität der Vorarlberger Pflegeheime soll langfristig gesichert werden. Gleichzeitig will das Land die Pflegeeinrichtungen wirtschaftlich, sprich günstiger betreiben. Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne) präsentierte am Mittwoch die Regierungspläne.

Wiesflecker ist seit dem Vorjahr auf einer "Roadtour" durch die Vorarlberger Gemeinden, um sich einen Überblick über die Pflegeangebote zu verschaffen. Nach fünf Lokalaugenscheinen zieht sie Zwischenbilanz: "Es ist beeindruckend viel Know-how und Kooperationsbereitschaft in den Regionen vorhanden." Zur gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit der Einrichtungen wurden 19 Planungsregionen eingerichtet. Das Leitziel der Landesregierung: "So viel ambulant wie möglich, so viel stationär wie notwendig."

Kleinere Zimmer, mehr Plätze in Heimen

Aktuell stehen in Vorarlberg 2.400 Pflegeplätze in 51 Heimen zur Verfügung, 70 Prozent der dort Betreuten sind weiblich. Die Frauen sind im Durchschnitt 83, die Männer 76 Jahre alt. Künftig sollen Heime kostengünstiger geführt werden. Dazu wurde die Heimbauverordnung novelliert. Mindestens 54 Plätze (statt aktuell 30) und kleinere Zimmer (22 Quadratmeter) sollen die Pflegeheime wirtschaftlicher machen.

Eingeteilt werden die Häuser in Wohngruppen mit mindestens zwölf Plätzen. Bauliche und verwaltungstechnische Vorschriften wurden auf ihre Sinnhaftigkeit durchforstet, überholte Regelungen gestrichen.

Individuelle Betreuung

Bei der Betreuung will man künftig noch stärker die individuellen Ressourcen der betreuten Menschen berücksichtigen. Der neue Fachbereichsleiter im Landhaus, Martin Herburger, kommt aus der Praxis und bringt seine Erfahrungen als langjähriger Leiter regionaler Sozialdienste in die Sozialpolitik ein: "Bewohnerinnen und Bewohner sollen bei der Beurteilung ihrer Ressourcen einbezogen werden. Die Einstufung orientiert sich nicht mehr an Defiziten, sondern Fähigkeiten der Betreuten." (Jutta Berger, 14.1.2016)

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