Bundeswehr will Leichen und Verletzte ausfliegen

13. Jänner 2016, 14:29
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Reiseunternehmen lässt Touristen seelsorgerisch betreuen – Deutsche Ermittler in der Türkei

Berlin/Istanbul – Die Bundeswehr steht bereit, die deutschen Toten und Verletzten des Anschlags in Istanbul zurück nach Deutschland zu bringen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen habe im Kabinett angeboten, Lufttransportkapazitäten zur Überführung der Leichname und zum Transport der Verletzten bereitzustellen, sagte ein Ministeriums-Sprecher am Mittwoch. Er bestätigte so einen Bericht der Funke-Mediengruppe.

Die Entscheidung über eine Hilfe der Bundeswehr soll dem Sprecher zufolge vom Krisenstab beim Auswärtigen Amt getroffen werden. Bei dem Anschlag in der türkischen Metropole hatte ein Selbstmordattentäter am Dienstag zehn Deutsche mit in den Tod gerissen. Sieben deutsche Verletzte werden nach Angaben des Außenministeriums noch in Krankenhäusern behandelt, davon fünf auf der Intensivstation.

Seelsorger

Die vom Selbstmordanschlag betroffene Reisegruppe eines Berliner Veranstalters wird unterdessen von Seelsorgern betreut. Die Betreuer stammten sowohl aus der Türkei als auch aus Deutschland, sagte der Geschäftsführer der Lebenslust Touristik GmbH, Marco Scherer. Die Reisegruppe mit 33 Mitgliedern war auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise, die Reisenden kamen aus verschiedenen Teilen Deutschlands.

Bei dem Anschlag am Dienstag wurden mindestens zehn Deutsche von einem Selbstmordattentäter getötet, der sich innerhalb der Gruppe in die Luft sprengte. Auf der Internetseite des Berliner Reiseveranstalters hieß es am Mittwoch: "Wir sind erschüttert, dass bei den schrecklichen Ereignissen in Istanbul auch Gäste von uns ums Leben gekommen oder verletzt worden sind. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen. Wir hoffen, dass die Verletzten schnell genesen."

Besuch von Maiziere und Davutoglu

Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere und der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu besuchten am Mittwoch Verletzte. Anschließend fuhren beide zum Anschlagsort in der Nähe der Blauen Moschee im Altstadtviertel Sultanahmet. Dort legten der Minister und der Regierungschef rote Nelken nieder, die in der Türkei Ausdruck der Trauer sind. Vor seiner Rückreise nach Deutschland wollte de Maiziere noch mit Davutoglu zu einem Gespräch zusammenkommen. Noch sieben Deutsche sind laut dem Auswärtigen Amt in Berlin nach dem Attentat vom Dienstag in Krankenhäusern in Istanbul, fünf von ihnen auf der Intensivstation. Außerdem gebe es drei Leichtverletzte, die noch am Mittwoch aus dem Krankenhaus entlassen werden sollten.

Die türkische Regierung macht die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) für die Tat verantwortlich, die sich dazu allerdings bis dato nicht bekannt hat. Inzwischen befinden sich vier Beamte des Bundeskriminalamts BKA zur Unterstützung der Ermittlungen in Istanbul, teilte das deutsche Innenministerium mit. Auch ein Kriseninterventionsteam des Außenministeriums ist nach Istanbul gereist. (APA, AFP, 13.1.2016)

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