Raiffeisen hat in China hunderte Millionen Euro im Feuer

13. Jänner 2016, 14:24
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Zum Ende des dritten Quartals 2015 waren 2,4 Milliarden Euro in China draußen

Wien – Börsenkursstürze und Ängste um Chinas Konjunktur haben spätestens zu Jahresbeginn auch Europas Banker alarmiert. Raiffeisen will schon länger aus dem China-Geschäft heraus. 2,4 Milliarden Euro Kreditrisiko (Exposure) hatte die Raiffeisen Bank International (RBI) per Ende September in China, aktuell weniger. Sollten sich die Situation in China zu einer echten Krise auswachsen, könnte es bei 450 Millionen Euro an Firmenkrediten zu Ausfällen kommen.

Weitere rund 600 Millionen Euro an Krediten hat die RBI große chinesische Banken und Finanzhäuser verborgt sowie etwa 180 Millionen an den öffentlichen Sektor. Diese Kredite gelten auch bei größeren Unsicherheiten nicht als gefährdete Positionen, hieß es gegenüber der APA.

Handelsfinanzierungen bei größeren Unternehmen

Raiffeisen ist in China vor allem in Handelsfinanzierungen bei größeren Unternehmen im Geschäft. Der Ausstieg aus der Region ist beschlossen, Neugeschäfte werden schon länger nicht mehr abgeschlossen. Ende des dritten Quartals 2015 schuldeten Firmen in China der RBI mehr als 630 Millionen Euro. Davon waren nach Bankangaben rund 130 Millionen cash besichert, für mittlere zweistellige Millionensummen gebe es andere Sicherheiten. Die übrigen rund 450 Millionen an Krediten (unbesichert) könnten neue Abschreibungsfälle werden, wenn Schuldner nicht mehr zahlen sollten.

Die größte Position im China-Ausleihungsportfolio – 990 Millionen Euro – umfasst laut RBI überwiegend Kreditlinien, die im Ernstfall sofort stornierbar wären. Das Kreditgeschäft in Asien stehe auf Abbau, vor allem das China-Geschäft unter starker Beobachtung, wird betont.

Die RBI ist die einzige österreichische Bank mit einer operativen Filiale in Peking, auch in Xiamen und Hongkong gibt es Standorte. Vor zwei Jahren hatte sich das China-Exposure noch auf 3,4 Milliarden Euro belaufen. (APA, 13.1.2015)

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