Anschlag auf Polio-Impfzentrum in Pakistan

13. Jänner 2016, 13:45
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15 Todesopfer in Quetta, Islamistengruppen bekennen sich zu dem Anschlag

Karachi – In Pakistan haben radikale Islamisten ihre Anschläge auf Impfstellen gegen die Kinderlähmung fortgesetzt. Bei einem Angriff auf ein Poliozentrum in der Stadt Quetta kamen am Mittwoch nach Behördenangaben 15 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen Polizisten. Es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt, sagte der Polizeichef der Provinz Baluchistan, Ahsan Mehboob, der Nachrichtenagentur Reuters. Zu dem Angriff bekannten sich zwei Islamistengruppen, die pakistanischen Taliban und Jundullah, die der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) die Treue geschworen hat. Ein Jundullah-Sprecher kündigte weitere Angriffe auf Impfstellen an.

Die Polizisten waren vor Ort, um die Impfhelfer zu eskortieren. Ihre Arbeit ist Teil einer Kampagne, um in der verarmten Provinz alle Kinder im Alter unter fünf Jahren gegen Polio zu impfen. Pakistan und Afghanistan sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation die letzten beiden Staaten, in denen die Kinderlähmung noch gehäuft auftritt. Die radikalen Islamisten bezeichnen die Impfinitiativen als Deckmantel für westliche Spione. Zudem werfen sie den Medizinern die Verabreichung von Stoffen vor, die die Kinder unfruchtbar machen sollen. (Reuters, 13.1.2015)

  • Zerstörung nach dem Angriff auf ein Poliozentrum in der pakistanischen Stadt Quetta.
    foto: apa/afp/banaras khan

    Zerstörung nach dem Angriff auf ein Poliozentrum in der pakistanischen Stadt Quetta.

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