Babyverwechslung: Klinikchef hält Gefahr heute für äußerst gering

13. Jänner 2016, 12:37
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Das System der doppelten Identifikation, bei der an Arm und Bein des Neugeborenen ein Identifikationsband befestigt wird, sorgt für mehr Sicherheit

Graz – Möglicherweise wurden vor 25 Jahren am LKH Graz zwei Babys verwechselt. Durch eine Blutspende bemerkte eine junge Frau, dass es Abweichungen zwischen ihrer tatsächlichen und jener im Mutter-Kind-Pass eingetragenen Blutgruppe gibt. Ein DNA-Test bestätigte schließlich, dass ihre Mutter nicht die leibliche Mutter sein kann.

Der Vorstand der Uniklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Uwe Lang, betont, dass die Wahrscheinlichkeit einer neuerlichen Kindesvertauschung an seiner Klinik in der Zwischenzeit sehr gering geworden sei. Ein zusätzliches, zweites Identifikationsband, das am Baby angebracht wird, würde für höhere Sicherheit sorgen.

Lang zufolge sei bei den bisherigen Recherchen und Untersuchungen zu einer möglichen Verwechslung von Babys "nirgendwo ein Hinweis auf ein Fehlverhalten der Mitarbeiter" gefunden worden. In den 1990er-Jahren waren Babys und Mütter mit je einem Identifikationsarmband versehen worden. Laut den vorhandenen Aufzeichnungen wurde "mit großer Sorgfalt" gearbeitet.

Doppelte Identifikation

Seit Jahren würde es an seiner Klinik das System der doppelten Identifikation geben, so Lang. Dabei bekommt das Baby zwei Identifikationsbänder: Falls eines herunterrutscht und verloren geht, dient das zweite als Sicherheit. Die Daten auf den beiden Bändern müssen mit den Daten eines weiteren Armbandes der Mutter übereinstimmen. Diese Bänder werden mehrmals am Tag kontrolliert und der Vorgang anschließend in der Pflegedokumentation vermerkt, schildert der Klinik-Chef.

Weiters würden Gebärende heute ihre Kinder in abgetrennten "Geburtsräumen" zur Welt bringen und durch "Rooming-in" (Eltern bleiben im selben Zimmer mit dem Kind, Anm.) auch weitestgehend im Beisein der Eltern versorgt. (APA, 13.1.2016)

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