"Hassposting-Jäger": Arbeitgeber ignorieren Hetze oft

14. Jänner 2016, 10:36
538 Postings

Die Website haters.at meldet Postings auch an Arbeitgeber – nur wenige Rückmeldungen

Wie soll man mit Hasspostings im Internet umgehen? Die Website haters.at hält es für das beste Gegengift, die Verfasser ausländerfeindlicher und rassistischer Kommentare mit den Konsequenzen ihres Handelns zu konfrontieren. Genau wie andere Initiativen – etwa die Gruppe "O5" – meldet die Seite vermutliche Rassisten bei deren Arbeitgebern, sofern diese Information auf ihrer Facebook-Seite abrufbar ist. Die meisten Unternehmen reagierten jedoch zurückhaltend, sagen die Betreiber der Initiative im Gespräch mit dem STANDARD.

Imageschäden

"In den meisten Fällen erhalten wir entweder keine Antwort oder die Information, dass dem Sachverhalt nachgegangen wird", sagt die Redaktion hinter haters.at. Die Seite denkt, dass Arbeitgeber sehr wohl ein Interesse an den Aktivitäten ihrer Mitarbeiter haben, da sich Hassposten durch Angestellte auch "auf das Image eines Unternehmens auswirken kann". Oft entfernen Verfasser von Hasspostings nach Meldung an den Arbeitgeber diese Informationen aus ihrem Profil.

Positive Rückmeldungen

Die Initiative weiß allerdings auch von anderen Beispielen zu berichten. Das Kärntner Unternehmen Kresta bedankte sich beispielsweise ausführlich bei haters.at und lobte deren Vorgehen. Kresta war auf einen Mitarbeiter aufmerksam gemacht worden, der Flüchtlinge in eine Gaskammer schicken wollte. Das Unternehmen kündigte in einem E-Mail an haters.at interne Konsequenzen an. Negativ reagierte ein Geschäftsführer, der selbst als Verfasser von Hasspostings geoutet wurde. Er drohte der Seite mit Klagen.

Reihe an Vorfällen

Etwaige Auswirkungen von Hasspostings auf die berufliche Situation der Verfasser wurden vor allem vergangenen Sommer thematisiert. Porsche beendete das Arbeitsverhältnis mit einem Lehrling, der sich Flammenwerfer für junge Flüchtlinge wünschte. Auch Spar, das Rote Kreuz und ARBÖ zogen aus Hasspostings von Mitarbeitern Konsequenzen. (red, 14.1.2016)

  • Arbeitgeber reagieren öffentlich nur langsam auf Hasspostings von Mitarbeitern.
    foto: apa/afp/neal

    Arbeitgeber reagieren öffentlich nur langsam auf Hasspostings von Mitarbeitern.

Share if you care.