Lego lässt seine Steine wieder von der Leine

13. Jänner 2016, 10:12
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Eine abgelehnte Bestellung des Künstlers Ai Weiwei trug den Dänen heftige Kritik ein, jetzt fragt der Hersteller nicht mehr nach dem Verwendungszweck

Kopenhagen/Billund – Nach Kritik an einer abgelehnten Bestellung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei fragt der Spielwarenhersteller Lego bei Großbestellungen künftig nicht mehr nach, wofür die kleinen Steinchen gedacht sind. Seit 1. Jänner erkundige sich die Lego-Gruppe beim Verkauf großer Mengen nicht mehr nach dem "Zweck", teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Damit sollen "Missverständnisse" vermieden werden.

Lego hatte heftige Kritik auf sich gezogen, nachdem es eine Bestellung von Ai Weiwei im vergangenen Jahr zurückgewiesen hatte. Das Unternehmen begründete den Schritt damit, dass die Steine "für politische Arbeiten" benutzt würden. Der Künstler zeigte sich damals "entgeistert". Für ein Kunstwerk im Rahmen der Ausstellung "Andy Warhol – Ai Weiwei" bekam er letztlich von Fans etliche Lego-Steine gespendet.

Die Entscheidung der dänischen Spielwarenfirma, nun nicht mehr nach dem Grund für Großbestellungen zu fragen, bezeichnete Ai Weiwei auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter als "feinen Zug". Lego betonte zugleich aber auch, dass Käufer bei einer Ausstellung ihrer Lego-Kreationen deutlich machen müssten, dass das Projekt nicht von dem Unternehmen unterstützt werde. (APA, 13.1.2015)

  • 175 Porträts fabrizierte Ai Weiwei mit dem Werkstoff Lego.
    foto: ap/riceberg

    175 Porträts fabrizierte Ai Weiwei mit dem Werkstoff Lego.

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