Sexismus-Bericht weist IT-Branche große Probleme aus

13. Jänner 2016, 08:23
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Über 200 Frauen befragt, große Mehrheit berichtet von sexistischen oder sogar sexualisierten Vorfällen

Ein neuer Sexismus-Bericht weist der IT-Branche große Schwierigkeiten beim Thema Gleichbehandlung und Menschenwürde aus. Das unter dem Titel "Elephant in the Valley" veröffentlichte Dossier besteht aus Befragungen von über zweihundert Frauen, die sowohl bei kleineren Start-Ups als auch aus etablierten Konzernen wie Apple oder Google arbeiten. Sie berichten in erschreckend hoher Anzahl von sexistischen Vorfällen und sexueller Belästigung.

Männernetzwerke

So haben 88 Prozent der Befragten laut eigenen Angaben erlebt, dass Fragen zu ihrem Bereich in Meetings an männliche Kollegen gerichtet wurden. 66 Prozent fühlen sich aufgrund ihres Geschlechts von wichtigen Netzwerken ausgeschlossen, 90 Prozent fühlen sich auf IT-Messen ungerecht behandelt. Mehr als die Hälfte der Frauen erzählt von sexueller Belästigung, wobei sich ein Drittel aller Frauen sogar Sorgen um ihre Sicherheit gemacht hat.

Berichte

Zum Leben erweckt werden die Zahlen, wenn die auf der Website aufgeführten Anekdoten nachgelesen werden. Wie der Spiegel berichtet, ist da beispielsweise von Avancen des Vorgesetzten zu lesen, deren Ablehnung dazu führt, dass die Betroffene keine Geschäftsreisen mehr unternehmen darf. Ein Kunde soll eine Mitarbeiterin gebeten haben, sich während eines Meetings auf ihren Schoß zu setzen.

Kein US-Problem

Der Aufholbedarf im Silicon Valley ist schon lange bekannt. Microsoft-Chef Satya Nadella sorgte etwa für Aufregung, als er Frauen davon abriet, um Gehaltserhöhungen zu bitten. Sie sollten "Vertrauen in das System" haben. Auch in Österreich berichteten in den vergangenen Jahren zahlreiche Frauen von Problemen in der IT-Branche. (red, 13.1.2016)

  • Mehr Frauen in der Technik sollen das Problem lindern
    foto: ap/risberg

    Mehr Frauen in der Technik sollen das Problem lindern

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