Das beste Stück ... nachgefragt bei Hosea Ratschiller

Kolumne18. Jänner 2016, 16:02
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Michael Hausenblas fragt den Kabarettisten und Schauspieler, warum er noch immer seine Pumuckl-Kassette hat

"Als Kind hatte ich keinen richtigen Berufswunsch. Ich wollte nie Feuerwehrmann oder so etwas werden, sondern eintauchen in die Welt meiner Hörspielkassetten. Vor allem der Pumuckl hatte enorme Anziehungskraft. Er ist auf der einen Seite Anarchist, auf der anderen Seite kommt er mit seinem ultrakonservativen Erzieher, dem Meister Eder, sehr gut zurecht. Das hat mich fasziniert.

Hörspiele haben mich auch später noch begleitet. Helge Schneider, Stermann/Grissemann, Studio Braun, Projekt X haben die weite Welt in mein Jugendzimmer gebracht. Hören ist ein ganz spezielles Erleben von Kulturprodukten, weil es im besten Sinne etwas Interaktives ist. Die Bilder entstehen im Kopf.

Wenn man im Radio einen Wasserfall hört, ist das in jedem Kopf ein anderer Wasserfall. Im Fernsehen ist er immer derselbe. Mittlerweile höre ich wieder Pumuckl. Meine Tochter ist im richtigen Alter dafür. Aber den Meister Eder findet sie hochseltsam. Die Kassette ist noch meine von früher." (Michael Hausenblas, RONDO, 15.1.2016)

Hosea Ratschillers Kabarettprogramm "Der allerletzte Tag der Menschheit" ist vor kurzem auf CD erschienen.

  • Hosea Ratschiller: "Hörspiele haben die weite Welt in mein Jugendzimmer gebracht."
    foto: nathan murrell

    Hosea Ratschiller: "Hörspiele haben die weite Welt in mein Jugendzimmer gebracht."

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