Tschechische Regisseure beklagen "primitive Digitalisierung"

12. Jänner 2016, 16:06
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Abberufung des Leiters des nationalen Filmarchivs gefordert

Prag – Namhafte tschechische Regisseure wie die Oscarpreisträger Milos Forman ("Einer flog über das Kuckucksnest") und Jiri Menzel ("Lerchen am Faden") haben die angeblich "primitive Digitalisierung" ihrer Filmklassiker kritisiert. In einem Schreiben an den tschechischen Ministerpräsidenten Bohuslav Sobotka forderten sie die Abberufung des Leiters des nationalen Filmarchivs (NFA) in Prag, Michal Bregant.

Die rund 20 Unterzeichner riefen dazu auf, die Schöpfer der Filme an dem Prozess zu beteiligen. Das Filmarchiv hält die Vertriebsrechte an rund 1.500 Filmen, die zwischen 1965 und 1991 in der damaligen sozialistischen Tschechoslowakei gedreht wurden. Die Einrichtung wies die Vorwürfe zurück und sprach in einer Mitteilung von einem "Provinzkrieg". Kritik kam auch von der Vereinigung der tschechischen Kameraleute, die einen Grünstich bei der tschechischen NFA-Neuausgabe des Märchenklassikers "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" bemängelte. (APA, 12.1.2016)

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