Salzburg will keine Leipzig-Filiale sein

12. Jänner 2016, 16:02
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Ein Spielerexodus von Österreich nach Deutschland soll sich nicht wiederholen – Verstärkung in Offensive möglich

Flachau – Red Bull Salzburg wird sich trotz des Abgangs von Abwehrchef Martin Hinteregger zu Borussia Mönchengladbach in der Defensive nicht mehr verstärken. "Auf der Position von Hinteregger sehen wir keinen Bedarf, weil wir da sehr gut aufgestellt sind mit dem Personal, das wir zur Verfügung haben", sagte Sportchef Christoph Freund am Dienstag in Flachau.

Mit dem Brasilianer Bernardo haben die Bullen im Frühjahr eine neue Option, er war bereits im Dezember verpflichtet worden. Ein neuer Spieler könnte dafür noch für die Offensive kommen. "Wenn einer punktuell dazupasst und es umsetzbar ist im Winter, könnte noch der eine oder andere Transfer passieren", sagte Freund.

Mannschaft soll über den Sommer gehalten werden

Dieser würde dann auch schon mit Blickrichtung Sommer abgewickelt werden. Da will der Tabellenführer eine ähnliche Schmach wie in der aktuellen Europacupsaison, wo sowohl die Gruppenphase der Champions League als auch der Europa League verpasst wurde, tunlichst vermeiden. "Unser großes Ziel in Salzburg ist es, dass wir diese Mannschaft, wie sie jetzt beisammen ist, mit vielleicht noch der einen oder anderen Neuverpflichtung über den Sommer hinaus zusammenhalten und mit ihr in die Qualifikationsspiele gehen", sagte Freund.

Dazu zählt auch Naby Keita, der nach Hintereggers Abgang die heißeste Aktie des Titelverteidigers ist. "Er ist sicher einer der Schlüsselspieler, das Herz der Mannschaft. Unser Ziel ist, dass er das ganze Kalenderjahr 2016 bei Salzburg spielen wird", sagte Freund. Keitas Vertrag läuft noch bis Ende Juni 2019.

Ziel bleibt die Champions League

Bis dahin sollen viele Salzburger Titel dazukommen. "Es ist nicht gedacht, dass Red Bull Salzburg nur mehr ein Ausbildungsverein ist und nur liefern soll für Leipzig. Das ist nicht der Fall. Unser klares Ziel ist, die Liga zu dominieren und auch in die Champions League einzuziehen", gab Freund die Marschroute vor. Einen Spielerexodus Richtung Leipzig wie im Sommer, wohin sich angeführt von Marcel Sabitzer und Stefan Ilsanker gleich fünf Kicker verabschiedet hatten, werde es nicht mehr geben.

"Die Sorge ist nicht begründet, das wird nicht mehr vorkommen. Es werden ja auch die Ansprüche in Leipzig immer höher, es werden daher nur mehr Ausnahmespieler, die sonst auch gute Angebote haben, wenn sie das wollen, nach Leipzig wechseln", erklärte Freund.

Trainingslager in Belek ab Sonntag

Die Salzburger heben am Sonntag ins Trainingslager nach Belek ab. Im Flugzeug dabei sein wird auch Christoph Leitgeb. Der ÖFB-Teamspieler hat zuletzt auf dem Weg zurück nach seiner Knieoperation einen kleinen Rückschlag erlitten, musste beim ersten Mannschaftstraining 2016 am Montag passen.

"Es ist sehr schade, weil er im November und Dezember schon viel gemacht hat mit der Mannschaft und das Knie nicht reagiert hat", so Freund. Leitgeb habe beim Heimprogramm einen leichten Stich im Knie verspürt. "Jetzt hat er ein bisschen Wasser im Knie. Wir hoffen aber, dass es nicht so schlimm ist und er spätestens im Trainingslager wieder ins Training einsteigen kann." (APA, 12.1.2016)

  • Sollen nicht mehr kollektiv abwandern: die Salzburg-Spieler.
    foto: apa/gindl

    Sollen nicht mehr kollektiv abwandern: die Salzburg-Spieler.

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