ÖSV-Läuferinnen mit Heimvorteil und Zuversicht

12. Jänner 2016, 12:25
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Kirchgasser und Thalhammer wollen beim Nachtslalom für die ersten Saisonpodestplätze sorgen

Flachau – Mit dem klassischen Nachtslalom und den Kampf um das mit 168.000 Euro höchste Preisgeld im Damen-Weltcup beginnt am Dienstag ein Flachau-Triplepack, der durch die Übernahme der Ofterschwang-Rennen möglich geworden ist. Die ÖSV-Damen hoffen, dass es schon am Dienstag endlich mit dem ersten Slalom-Saisonpodest klappt. Erste Anwärterinnen sind Michaela Kirchgasser und Carmen Thalmann.

Die beiden haben zuletzt für drei vierte Plätze in Folge gesorgt, die es in Aare (Kirchgasser), Lienz (Thalmann) und zuletzt Santa Caterina (Kirchgasser) für den ÖSV gegeben hat. Auch nach der Verletzung von US-Weltmeisterin und Seriensiegerin Mikaela Shiffrin (USA) ist aber kein Sprung in die Top-Drei gelungen. Ganz vorne haben sich vielmehr eine Petra Vlhova (SVK), die Schwedin Frida Hansdotter und zuletzt Nina Löseth aus Norwegen etabliert.

Doch Kirchgasser ist zuversichtlich, dass es mit Heimvorteil vor trotz des Schlechtwetters erwarteten 20.000 Fans schon am Dienstagabend (17.45/20.45 Uhr/live ORF 1) so weit sein kann. "Ich hoffe, dass endlich ein Podestplatz fällt, ich werde jedenfalls alles versuchen", versprach die Lokalmatadorin aus Filzmoos. "Rennen in Österreich sind ein Hammer, und daheim ist es auch viel lustiger, nachher mit den Fans zu feiern", hat sich die 30-Jährige viel vorgenommen.

Auf der Hermann-Maier-Piste

Die Salzburgerin genießt doppelten Heimvorteil in Flachau, ist doch auch ihr Vater Anton Betriebsleiter der Bergbahnen und im OK. "Ich wusste schon recht früh, dass wir diese Woche mehr als nur ein Rennen haben", gestand Kirchgasser lächelnd. Sie hat ihre anfänglichen Probleme beim Slalom-Flutlichtklassiker der Damen auf der mittelsteilen Hermann-Maier-Piste längst abgeschüttelt.

Die ÖSV-Damen haben zuletzt versucht, auf ähnlichen Hängen und Bedingungen zu trainieren. Diese Trainings waren wetterbedingt nicht optimal. "Vielleicht haben wir es damit aber eh genau richtig erwischt", hofft Thalmann angesichts des strömenden Regens am Montag, der am Renntag wohl zum "salzen" der Rennpiste zwingen könnte.

Thalmann gehört im ÖSV-Training stets zu den Schnellsten. "Ich bin körperlich topfit", hofft die Kärntnerin, dass Flachau nicht so in die Hose geht wie zuletzt Santa Caterina. "Da haben wir uns beim Ski verschätzt", gestand die 26-Jährige aus Berg im Drautal. Ihre Hoffnung: "Flachau ist eigentlich genau mein Lieblingsgelände. Die Kirchi und ich haben es beide drauf. Ich hoffe, sie oder ich können das Thema Podestplätze endlich schließen."

Es kommt etwas nach

Obwohl Österreichs Slalomdamen nach den Rücktritten von Marlies Schild, Nicole Hosp und Kathrin Zettel in diesem Winter noch immer podestlos sind und Bernadette Schild weiter Probleme hat, haben vor allem die vielen jungen Fahrerinnen für positive Schlagzeilen gesorgt. Vor allem Youngsters wie die beiden Niederösterreicherinnen Katharina Gallhuber (18) und Katharina Huber (20) oder die Kärntnerin Katharina Truppe (19) machen viel Freude.

Von letzterer hält auch Thalmann viel. "Kathi Truppes Art Ski zu fahren ist so cool, dass wir uns alle etwas abschauen können", lobte sie ihre junge Landsfrau. Mit der 18-jährigen Vorarlbergerin Katharina Liensberger debütiert in Flachau nicht nur ein weiterer hoffnungsreicher Teenager aus dem ÖSV-Nachwuchs, sondern auch eine weitere "Katharina". Liensberger war zuletzt gleich bei ihrem zweiten Europacupslalom Dritte geworden.

Topfavoritinnen sind am Dienstag aber wohl auch am Freitag (Ofterschwang-Ersatz) aber alleine wegen des mittelsteilen Geländes in Flachau andere. Allen voran Titelverteidigerin Frida Hansdotter, die in den vergangenen drei Jahren nie schlechter war als Zweite und sich im Vorjahr endlich auch den Titel der "Snow Space Princess" geholt hat.

Erste Konkurrentinnen Hansdotters im Kampf um den auf 69.000 Euro lautenden Siegerscheck sowie die "Prinzessinnnen-Schärpe" sind Löseth, Vlhova, Sarka Strachova und Veronika Velez-Zuzulova. "Wir gehören aber auch dazu", reklamierte Kirchgasser sich selbst und Thalmann in diesen Kreis. (APA, 12.1.2016)

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