Auf dem Weg zum Mars: Nasa sucht wieder neue Astronauten

12. Jänner 2016, 11:39
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Künftige Raumfahrer sollen Weg zum Roten Planeten ebnen – Bewerbungsfrist bis 18. Februar

Houston – Erstmals wieder seit 2011 hält die US-Weltraumbehörde Nasa Ausschau nach neuen Astronauten. Damals bewarben sich 6.100 Weltraumbegeisterte für acht Kandidatenplätze. Wie hoch die Nachfrage dieses Mal ist und wie viele Astronauten letztlich ausgebildet werden, will die Nasa vorerst noch nicht verraten. Klar ist allerdings: Wer in den Weltraum will, muss ein vielstufiges, mehr als ein Jahr dauerndes Auswahlverfahren bestehen.

Unter dem Hashtag #BeAnAstronaut im Internet von der Nasa verbreitet, hat die Ausschreibung sofort Wellen geschlagen: Stolz posten seitdem nicht nur Volksschüler ihre Bewerbungsschreiben, sondern auch erwachsene Aspiranten die Eingangsbestätigung ihrer Bewerbung.

Dabei ist selbst die Auswahl noch keine Garantie dafür, tatsächlich in den Orbit zu fliegen. Denn das zweijährige Astronautentraining im Johnson Space Center in Houston (Texas) hält noch viele Herausforderungen mit Blick auf körperliche Fitness sowie soziale und intellektuelle Belastbarkeit bereit. Sind diese jedoch gemeistert, dann steht den Kandidaten die Möglichkeit offen, weit in den Weltraum vorzudringen.

Vorbereitungen für Reise zum Roten Planeten

Nasa-Direktor Charles Bolden, selbst ein ehemaliger Astronaut, betonte in einem Radiointerview mit "ScienceFriday", diese Astronauten sollten unter anderem den Weg zum Roten Planeten ebnen. Neben Einsätzen auf der Internationalen Raumstation ISS werden sie voraussichtlich unter den ersten sein, die mit den beiden derzeit in Entwicklung befindlichen kommerziellen Raumtransportern ins All fliegen.

"Und ihr nächster Stopp wird dann die Orion sein", sagte Bolden. Dieses bemannte Nasa-Raumschiff soll, mit einer Rakete vom Kennedy Space Center in Florida aus ins Weltall gebracht, bis in Mondnähe und später, voraussichtlich in den 2030er Jahren, auch zum Mars fliegen. "Sie werden diejenigen sein, die all die Dinge entwickeln, die wir benötigen, um vielleicht schon die Klasse nach ihnen zum Mars zu schicken."

Bewerbungsfrist bis 18. Februar

Bis zum 18. Februar ist noch Zeit sich zu bewerben. Dazu braucht es zunächst einmal die US-Bürgerschaft und einen anerkannten Bachelor-Abschluss in Ingenieurswissenschaft, Biologie, Physik, Computerwissenschaft oder Mathematik. Hinzu kommen mindestens drei Jahre damit verbundene Berufspraxis oder 1.000 Flugstunden als verantwortlicher Pilot. Außerdem: Bestimmte "anthropometrische Voraussetzungen", sprich, man sollte in einen Raumanzug hineinpassen.

Bei der vergangenen Bewerbungsrunde der Europäische Raumfahrtagentur ESA im Jahr 2009 bewarben sich rund 8.500 Kandidaten mit den notwendigen Voraussetzungen: In der Regel Ingenieure und erfahrene Test- oder Verkehrspiloten, die körperlich fit waren. Fünf Männer und eine Frau wurden damals ausgesucht.

Frauenanteil steigt

Derzeit sind insgesamt 26 Prozent der knapp 50 aktiven Nasa-Astronauten Frauen. Aus der Bewerbungsrunde von 2011 ging erstmals eine Klasse mit ausgewogenem Geschlechteranteil hervor. Zwei der vier nun fertig ausgebildeten Astronautinnen waren zuvor Militär-Pilotinnen. Anne McClain, die 15 Monate lang Kampfhubschrauber im Irak flog, sagt zu ihren Beweggründen für den beruflichen Wechsel: "Im Weltall stört sich keiner an Rasse, Religion oder Nationalität. Wir sind einfach alle Teil im Team Mensch." (APA, red, 12.1.2016)

  • Kein alltäglicher Arbeitsplatz: Die Nasa sucht wieder Astronauten-Kandidaten. Wer ins All will, sollte weite Reisen nicht scheuen und schwindelfrei sein.
    foto: apa/epa/nasa

    Kein alltäglicher Arbeitsplatz: Die Nasa sucht wieder Astronauten-Kandidaten. Wer ins All will, sollte weite Reisen nicht scheuen und schwindelfrei sein.

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