Khol würde Strache als Kanzler angeloben

12. Jänner 2016, 10:31
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Wenn er Bundespräsident wäre, würde er den FPÖ-Chef auch zum Bundeskanzler machen, sagt der Kandidat der ÖVP

Wien – Andreas Khol würde auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache als Bundeskanzler angeloben. Das hat der ÖVP-Kandidat für die Präsidentschaftswahl am Dienstagabend in der "ZiB 2" gesagt. "Ich würde den Chef der stimmenstärksten Partei im Parlament den Regierungsbildungsauftrag geben. Wenn er mir ein Regierungsprogramm vorschlägt und eine Regierung, die eine Mehrheit hat, würde ich ihn angeloben. Auch wenn er Strache heißt", sagte Khol.

Im Fernsehinterview sowie im Ö1-"Morgenjournal" sprach sich Khol, der während der schwarz-blauen Regierung Klubchef der ÖVP war, für eine Obergrenze bei Flüchtlingen aus. Bund, Länder und Gemeinden müssten gemeinsam diskutieren, wo die Kapazität Österreichs liege. Man wisse, wie viele Plätze noch geschaffen werden können und wie viele wieder frei würden. Diese Zahl sei dann die Obergrenze.

"Kanten abgeschliffen"

"Ich bin ein Christdemokrat vom Scheitel bis zur Sohle", sagte Khol im "Morgenjournal" über seine politische Gesinnung. "Aber ich kann mit jedem, ich bin kein Dogmatiker." Er habe gezeigt, dass er auch "sehr bunt" sei. "Ein bunter Schwarzer bin ich eigentlich lieber."

Er habe sich in den letzten zehn Jahren geändert. Es sei mit dem Alter wie mit Wein: "Entweder er wird sauer oder er reift gut. Ich hoffe, dass ich gereift bin." Er glaube, dass er sich seine "Kanten abgeschliffen habe".

Gauck als Vorbild

Als ein Vorbild für einen guten Bundespräsidenten nannte Khol Joachim Gauck, den Präsidenten Deutschlands. Wie dieser wolle auch er sich "in den Medien zum Sprachrohr der Menschen machen." Zudem habe jeder Bundespräsident die Möglichkeit, hinter der Tapetentür in der Hofburg alle seine Vorstellungen mit dem Bundeskanzler und den Ministern zu erörtern.

FPÖ entscheidet erst Ende Jänner

Die FPÖ trifft die Entscheidung über ihren Kandidaten für die Bundespräsidentschaftswahl frühestens Ende Jänner, eventuell auch erst Anfang Februar. Das sagte ein Sprecher der Partei am Dienstag.

Bei der Parteileitungssitzung am Freitag bzw. beim Neujahrstreffen der FPÖ am Samstag in Wels werde es definitiv keine Entscheidung geben. Zeit, sich auf ihren Kandidaten festzulegen, hat die FPÖ jedenfalls noch genug: Wird – wie erwartet – am 24. April gewählt, können die Wahlvorschläge noch bis 18. März (17.00 Uhr) bei der Wahlbehörde eingereicht werden. (red/APA, 12.1.2016)

  • Andreas Khol tritt für die ÖVP bei der Bundespräsidentschaftswahl an.
    foto: apa/pfarrhofer

    Andreas Khol tritt für die ÖVP bei der Bundespräsidentschaftswahl an.

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