Hausdurchsuchung bei "New York Times"-Reporter in Pakistan

12. Jänner 2016, 08:57
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Sicherheitskräfte seien ohne Durchsuchungsbeschluss in das Haus von Salman Masood eingedrungen

Islamabad – Das Haus eines pakistanischen Reporters der "New York Times" ist in Islamabad von paramilitärischer Polizei durchsucht worden. Die Rangers genannten Sicherheitskräfte seien ohne Durchsuchungsbeschluss in sein Haus in Islamabad eingedrungen, sagte der Reporter Salman Masood am Dienstagmorgen.

Ihm sei gesagt worden, ein Durchsuchungsbeschluss sei nicht notwendig. Die "zehn bis zwölf Männer" hätten auch die Schubladen seines Schreibtisches durchsucht.

Kampf gegen Extremismus

Rangers werden in Pakistan im Kampf gegen den Extremismus eingesetzt. Unter dem seit Dezember 2014 geltenden Nationalen Plan gegen den Terrorismus sind ihre Befugnisse stark ausgeweitet worden. Der Plan war in Kraft getreten, nachdem vor einem Jahr pakistanische Taliban 136 Schulkinder getötet hatten.

Die Hausdurchsuchung rief Empörung pakistanischer und internationaler Journalisten hervor. Salman Masood berichtet für die "New York Times" und die pakistanische Tageszeitung "The Nation". Er arbeitete auch mit dem 2013 wegen "unerwünschter Aktivitäten" aus Pakistan ausgewiesenen "New-York-Times"-Korrespondenten Declan Walsh.

Pakistan gilt als eines der gefährlichsten Länder der Welt für Journalisten. Die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisierte die Regierung zuletzt im Dezember dafür, Journalisten nicht zu schützen. (APA, 12.1.2016)

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