Putin schließt politisches Asyl für Assad in Russland nicht aus

12. Jänner 2016, 05:53
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Russischer Präsident sieht Assad weiterhin als legitimen Machthaber Syriens

Moskau – Russlands Präsident Wladimir Putin sieht Bashar al-Assad weiter als legitimen Machthaber in Syrien an und schließt politisches Asyl für Assad nicht aus. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung nannte er die Frage aber verfrüht. "Dafür ist die Zeit noch nicht reif. Aber es war sicherlich schwieriger, Herrn Snowden Asyl in Russland zu gewähren, als es im Fall von Assad wäre", sagte Putin mit Blick auf den ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, dem Russland Asyl gewährt hatte.

"Assad bekämpft nicht die eigene Bevölkerung, sondern diejenigen, die bewaffnet gegen die Regierung vorgehen", sagte Putin. Wenn dadurch auch die Zivilbevölkerung leide, sei das nicht die Schuld Assads. Das bedeute aber nicht, dass in Syrien alles beim Alten bleiben könne. "Wenn die Stabilisierung des Landes vorankommt, müssen eine Verfassungsreform folgen und danach vorgezogene Präsidentschaftswahlen." Seine Unterstützung für Assad begründete Putin mit der Bedeutung regionaler Stabilität. "Wir wollen nicht, dass Syrien so endet wie der Irak oder Libyen."

Putin streitet Angriffe auf moderate Rebellen ab

Die Vorwürfe von russischen Luftangriffen auf moderate syrische Rebellen bezeichnete Putin als Lüge: "Die vermeintlichen Videobeweise für diese Behauptung sind entstanden, noch bevor die russischen Streitkräfte ihren Einsatz überhaupt begonnen hatten", sagte Putin.

Die russische Luftwaffe unterstützt seit Ende September die syrische Armee. Nach Putins Darstellung nehmen die Kampfjets dabei die Terrormiliz "Islamischer Staat" und mit ihr verbündete Gruppen unter Beschuss. Syrische Aktivisten und die USA bezweifeln das. (APA, 12.1.2016)

  • Syriens Machthaber Bashar al-Assad bei einem Treffen mit Wladimir Putin im Oktober.
    foto: apa/epa/alexey druzhinyn

    Syriens Machthaber Bashar al-Assad bei einem Treffen mit Wladimir Putin im Oktober.

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