Stickoxide differenziert

12. Jänner 2016, 12:04
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Stickoxide sind nicht ganz einfach in der Abgasbehandlung, fallen aber gerade bei sonst ansich sparsamen Autos an

Tatsächlich ist es am schwierigsten für Autohersteller, den Ausstoß an Stickoxiden im Zaum zu halten. Ganz grob der Hintergrund: Alle anderen Schadstoffe können oxidiert werden, um unschädlich gemacht zu werden. Das geschieht unter Anwesenheit von Luftsauerstoff fast von selbst, und weil es manchmal nicht schnell und verlässlich genug geht, verwendet man dafür einen Katalysator.

Bei den Stickoxiden ist es nicht so einfach, denn die müssen reduziert werden, man muss also dem Stickstoff Sauerstoff entreißen. Die einfachste Lösung ist deshalb der Dreiwege-Katalysator beim Benzinmotor. Er ist in der Lage, dem Kohlenmonoxid und den Kohlenwasserstoffen Sauerstoff zukommen zu lassen, den er den Stickoxiden wegnimmt. Am Ende ist die chemische Gleichung in Balance.

Luftüberschuss beim Diesel

Das funktioniert auch nahezu perfekt, aber nur dann, wenn genau so viel Luft bei der Verbrennung anwesend ist, wie für diese fein ausbalancierten chemischen Reaktionen notwendig. Der Dieselmotor arbeitet aber mit Luftüberschuss. Das heißt, er benötigt eine zusätzliche Einrichtung zur Reduktion von Stickoxiden. Das ist machbar, mündet aber meist in einem sogenannten Stickoxid-Speicherkat oder der noch aufwendigeren Abgasnachbehandlung mit Harnstoffeinspritzung.

Während die anderen Schadstoffe durch Unschärfen bei der Verbrennung aus dem Kraftstoff stammen, rührt die Stickoxidbildung vom Luftstickstoff her. Je höher die Verbrennungstemperatur, umso mehr Stickoxide entstehen. Deshalb haben auch besonders sparsame Autos eher ein Problem damit. (Rudolf Skarics, 12.1.2016)

  • Stickoxide sind vor allem bei Dieselmotoren, besonders bei sparsamen Autos, ein Problem.
    foto: imago

    Stickoxide sind vor allem bei Dieselmotoren, besonders bei sparsamen Autos, ein Problem.

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