Ford S-Max: Ein richtiges Multitalent

12. Jänner 2016, 12:05
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Der Ford S-Max ist ein Raumschiff mit Bußgeldbremse und jeder Menge Elektronik

Wien – Das Blaulicht unter dem Beifahrersitz ist vielleicht doch ein bisschen viel des Guten. Das findet nicht nur der Pipsi-Hund, der auf die Nachtbeleuchtung im Fußbodenraum ausgesprochen irritiert reagierte. Die bläuliche Xenon-artige Beleuchtung im Fußraum mag ja hilfreich sein, wenn verlustig gegangene Münzen oder Spielsachen aufzuspüren sind. Spürnasen finden ihre Utensilien aber auch so, sie brauchen kein Grubenlicht.

Elektronik wohin man schaut

Die Fußbeleuchtung im neuen Ford S-Max ist irgendwie symptomatisch. Elektronik, wohin man schaut, kaum ein Handgriff, der nicht elektrisch gesteuert wird. Wer mit dem Schlüssel in der Tasche hinter der Heckklappe fuchtelt, sollte sich bewusst sein, was er damit auslöst: Es piepst, und das Tor öffnet sich. Das mag bequem sein, wenn man mit zwei Torten, einer Reisetasche beladen ist und das Hundsi an der Leine hat. Was sich an dem wandelnden Vollkasko-Raumschiff noch bewegt, wenn die Batterie einmal leer sein sollte, wollen wir lieber nicht wissen. Andererseits scheint eine Sprachsteuerung für die Kommandoeinheit grundvernünftig. Vielleicht wischen die Fahrer dann weniger auf den Displays herum und achten auf den Verkehr.

foto: andreas stockinger

Wie auch immer: Die üblicherweise mit speziellen Bedürfnissen wie Kopffreiheit ausgestatteten typischen S-Max-Fahrer fahren auf das neue Gerät natürlich ab. Weil es zum Beispiel von selbst langsamer wird, wenn der Tempomat aktiviert und ein Straßenschild eine niedrigere Geschwindigkeit vorschreibt. Keine Sorge, das Bremsen bleibt (noch) dem Fahrer überlassen, im S-Max wird nur das Gas automatisch gedrosselt. Fahrer-Assistenz-System nennt sich das auf Neuhochdeutsch. Wir fühlen uns bevormundet. Ob die Bußgeld-Bremse geholfen hat, wissen wir in spätestens drei Monaten.

foto: andreas stockinger

Um die Ecke schauen kann das Raumwunder mit dem Riesenkofferraum auch. Als Helferlein dient dabei eine Kamera, die ein 180-Grad-Bild auf den Monitor schickt und so den Querverkehr überblickt. Die Linse wird automatisch von der Scheibenwaschanlage mitgeputzt. Es geht doch nichts über Annehmlichkeiten – ausgenommen die Spurhalteassistenten, sie braucht man, wenn überhaupt, nur auf der Langstrecke.

Intelligent nennt sich auch der Allradantrieb des Bi-Turbodiesels. iAWD schaltet sich automatisch zu, wenn es winterlich wird. Mit 210 PS ist das von Ford zur Verfügung gestellte Vehikel übrigens deutlich flotter und wendiger unterwegs als das sportlich-elegante aerodynamisierte Äußere vermuten lässt. Nach oben ist die Skala der Extras übrigens offen: Mit Technologie- und Titanium-Paket, Split-View-Kamera, Ledersitzen und Panoramadach kommt der Testwagen auf knapp 60.000 Euro. Einzig die Start-Stopp-Automatik stotterte ab und an, aber die kann man ausschalten. (Luise Ungerboeck, 12.1.2016)

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Ford

Nachlese:

Ford Galaxy und S-Max

VW Sharan

Seat Alhambra

Renault Espace

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Von den beiden großen Ford-Vans verkörpert der S-Max den Sportler.
    foto: andreas stockinger

    Von den beiden großen Ford-Vans verkörpert der S-Max den Sportler.

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  • Wer im Glashaus sitzt, darf sich über gute Aussicht freuen.
    foto: andreas stockinger

    Wer im Glashaus sitzt, darf sich über gute Aussicht freuen.

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    foto: andreas stockinger
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