Eurowings kämpft mit massiven Verspätungen

11. Jänner 2016, 13:10
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Massive Verspätungen bei Eurowings-Langstreckenflügenbescheren der Lufthansa-Billigtochter einen Fehlstart

Allein in den ersten beiden Monaten verzögerten sich fast 40 Prozent aller Flüge überdurchschnittlich. Das belegen Zahlen des Dienstleisters Fairplane.

Auf den Langstreckenflügen der neuen Eurowings kommt es häufig zu großen Verspätungen. Im November und Dezember 2015 haben sich 31 der insgesamt 126 Langstreckenflüge der Lufthansa-Billigtochter um mehr als 60 Minuten verspätet, wie aktuelle Zahlen des Dienstleisters Fairplane zeigen. Demnach waren im Zeitraum 26. Dezember 2015 bis 5. Januar 2016 insgesamt 18 der geflogenen 48 Langstreckenverbindungen durchschnittlich acht Stunden verspätet – das sind satte 37,5 Prozent. Laut Fairplane könne eine Airline schon bei einer Quote von vier Prozent Verspätungen, die mehr als eine Stunde betragen, als unpünktlich bezeichnet werden. Das Problem liegt nach Ansicht der Experten darin, dass Eurowings zu wenige Maschinen und Crews einsetzt. Sobald es irgendwo eine Verzögerung gebe, habe das Auswirkungen auch auf alle Folgeflüge.

Eurowings tritt auf der Langstrecke gegen Condor und Air Berlin an

Eurowings beschwichtigt und lässt ihren Pressesprecher Heinz Joachim Schöttes mitteilen, dass es zwar Verspätungen gegeben habe, jedoch "nicht in dem Maße". Eurowings rechtfertigt die erheblichen Verspätungen der Langstreckenflüge mit kurzfristigen Krankmeldungen, außerplanmäßigen Reparaturen und starken Herbst- und Winterstürmen über dem Atlantik.

Zudem habe man den Flugbetrieb auf der Langstrecke Anfang November 2015 mit nur einer Maschine am Flughafen Köln-Bonn aufgenommen. Erst im Dezember sei eine zweite Langstreckenmaschine zur Flotte gestoßen. Mit Beginn des kommenden Sommerflugplans sollen dann zwei weitere Langstreckenflugzeuge die Eurowings-Flotte verstärken. Zudem sei eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden, um die Pünktlichkeit auf der Langstrecke zu erhöhen.

Anspruch auf Entschädigungen

Die Lufthansa-Tochter Eurowings hat das Konzept des Billigfliegers auf die Langstrecke übertragen und bietet seit KurzemLangstreckenflüge nach Bangkok, Phuket, Dubai, Varadero auf Kuba sowie Puerto Plata und Punta Cana in der Dominikanischen Republik an. Im Sommer 2016 kommen Eurowings-Verbindungen nach Mauritius, Las Vegas, Miami und Boston hinzu. Mit dem Billig-Konzept auf der Langstrecke will die Lufthansa-Billigtochter den Airlines vom Golf und den Fluggesellschaften aus Asien, aber auch der ehemaligen Lufthansa-Beteiligung Condor sowie Air Berlin Strecken abjagen.

In der Regel haben Flugreisende gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung 261/2004 Anspruch auf Entschädigung, wenn sich ihr Flug um mehr als drei Stunden verspätet oder wenn er annulliert wird. Die Höhe der Ausgleichszahlung beträgt je nach Streckenlänge 250, 400 oder 600 Euro. (red, 11.1.2016)

  • Eurowings kommt nicht so recht in die Gänge.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Eurowings kommt nicht so recht in die Gänge.

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