Wie hat Ihnen "Joy" gefallen?

Umfrage11. Jänner 2016, 16:20
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"Joy" von David O. Russell basiert auf einer realen Geschichte und hat seiner Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence bereits den Golden Globe eingebracht. Wie ist Ihre Meinung zu dem Film?

Diesmal ist Jennifer Lawrence nicht hingefallen. Sonntagnacht nahm die Schauspielerin in Los Angeles den Golden Globe für ihre Hauptrolle in "Joy" entgegen. Und ihre Darstellung der US-amerikanischen Geschäftsfrau Joy Mangano, die sich Anfang der 90er mit der Erfindung eines Putzgeräts in die Liga der Millionäre zu spielen wusste, überzeugt nicht nur die Golden-Globe-Jury, sondern auch einen Großteil der internationalen Kritiker.

Wie fallen die Rezensionen aus?

Lawrence spielt eine alleinerziehende Mutter, die aus chaotischen Familienumständen stammt und ihre Kindheitsträume von Glück und Erfolg rasch vergessen hat. Bis sich eben eines Tages durch einen genialen Geschäftseinfall das Blatt wendet.

Das klingt wie die hundertste Variante der Geschichte vom amerikanischen Traum, und entsprechend kitschig und klischeehaft hätte der Film werden können. Aber neben dem überzeugenden Schauspielerensemble hebt die STANDARD-Kritik hervor, dass "Joy" eben nicht zu einer "klassischen Jeder-kann-es-schaffen-Parabel" mutiert. Zwar sei das Werk mitunter "ein hektisches Durcheinander", und auch der "Erzählrhythmus" habe "gewisse Probleme", doch "David O. Russell nimmt keine Flucht in die Vorhersehbarkeiten der Konvention, sondern findet noch an den unpassendsten Orten Momente des Staunens".

Die Vielfalt der Regieeinfälle lobt der "Spiegel". Auch wenn die erste Hälfte hier und da stark an eine Soap-Opera erinnere, seien diese Teile mit sichtbarem Spaß inszeniert. Den Umschwung vom Aschenbrödel zu toughen Geschäftsfrau wird in der Rezension aber eher kritisch gesehen. "Die Schrägheit des ersten Teils" werde von einem "Businessdrama abgelöst", das nicht sonderlich lustvoll anzuschauen sei. Der Befreiungsschlag, der in Form der Karriereentscheidung daherkommt, wirke eher verbittert denn inspirierend. Dennoch ist das Urteil über den Film nicht eindeutig: "'Joy' ist ein sonderbarer Hybrid geworden, der dem Mythos des American Dream, wahrscheinlich sogar unbeabsichtigt, ziemlich schief begegnet. Das macht den Film dann fast schon wieder interessant."

Die stilistische Gestaltung hebt die "New York Times" hervor, und auch in diesem Urteil ist eine gewisse Zweischneidigkeit zu erkennen: Die Kamera höre niemals auf, sich zu bewegen, die Leute würden niemals schweigen, und das flirrende Resultat daraus sei gleichzeitig anregend und nervend. Dass der Film lange Zeit nicht wisse, was er sein wolle ("Domestic comedy? Second-chance romance? Lurid dysfunction?"), sieht auch diese Kritik als problematisch. Hervorgehoben wird hingegen die Darbietung von Lawrence: Sie sei die Art von Schauspielerin, die auch alle anderen mit ihrem Spiel wie Charakterdarsteller wirken lasse. Der Rest des Castes profitiere von ihrer Performance und könne so agieren, wie es dem Einzelnen nun mal möglich sei. Der Film allerdings komme seiner Darstellerin kaum hinterher: "Perfection does not lie within the scope of Mr. Russell’s chaotic methods, and 'Joy' can wear you out even as it tries to lift you up. The pursuit of happiness is a lot of work."

Was sagen Sie?

Wie hat Ihnen "Joy" gefallen? Können Sie mit einzelnen Aspekten der Kritik, ob positiv oder negativ, etwas anfangen, oder haben Sie eine gänzlich andere Meinung zum Gesehenen? (jmy, 11.1.2016)

  • preston northrop

    Würde trotz des Sturzes oder "Was wir von Jennifer L. lernen können".

  • nbc

    Dieses Jahr einwandfrei.

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