Neues Lupus-Medikament soll gezielter wirken

11. Jänner 2016, 14:30
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Französische Forscher haben einen Wirkstoff entwickelt, der das Fortschreiten der Krankheit hinauszögert ohne das eigene Immunsystem zu aktivieren

Wenn das Immunsystem sich gegen den eigenen Körper richtet, kann die Autoimmunerkrankung Lupus der Grund dafür sein. Angegriffen werden dabei nicht nur Bakterien, Viren und Krebszellen, sondern auch gesunde Körperzellen. Dadurch werden Organe und Organsysteme wie Haut, Gelenke, Gehirn, etc. geschädigt. Die ersten Hinweise auf Lupus sind meist Läsionen auf der Haut. In weiterer Folge kommt es zu Gelenkschmerzen, Thrombosen oder psychotischen Schüben. Weltweit leiden fünf Millionen Menschen an dieser unheilbaren Krankheit, 90 Prozent davon sind Frauen.

Behandelt wird die Erkrankung bisher hauptsächlich mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, wie etwa Kortison. Diese Mittel schwächen jedoch gleichzeitig das Immunsystem und so werden die behandelten Patienten anfälliger für Infektionen. Seit Jahren suchen Forscher daher nach einem gezielter wirkenden Mittel. Das scheint jetzt gefunden zu sein.

Ein Forscherteam des Labors für Immunpathologie und therapeutische Chemie des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung hat eine Peptid-Familie (Proteinfragmente) entwickelt, die spezifisch die Fehlfunktionen des Immunsystems korrigiert. Das P1405 kann das Fortschreiten dieser Krankheit bei Mäusen hinauszuzögern, ohne dafür das eigene Immunsystem zur Bekämpfung dieses Krankheitserregers zu aktivieren.

Krankheit ging bei 62 Prozent der Patienten zurück

Zwei Testphasen des LupuzorTM genannten Medikaments fanden in Frankreich statt. In der Phase-II-Studie ging die Krankheit nach 3-monatiger Behandlung bei 62 Prozent der Patienten zurück. Das ist das beste Ergebnis, das je bei der Behandlung von Lupus erzielt wurde.

Die Phase-III-Studie hat Ende Dezember begonnen. Insgesamt werden 200 Patienten in 45 Zentren in den USA und Europa ein Mal im Monat für die Dauer eines Jahres 200 Mikrogramm des entwickelten Wirkstoffkandidaten injiziert. Die endgültigen Ergebnisse werden Ende 2017 erwartet. Sind sie positiv, könnte der Wirkstoff auf dem Markt zugelassen werden.

Den bisherigen Ergebnissen zufolge könnte LupuzorTM auch zur Behandlung anderer Autoimmunkrankheiten eingesetzt werden, etwa dem Sjögren-Syndrom (Entzündung von Tränen- und Speicheldrüsen, die zum Austrocknen von Schleimhäuten führt) oder Morbus Crohn (chronisch-entzündliche Darmerkrankung). (idw, red, 11.1.2016)

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