Muti kritisiert erneut Opernregisseure

11. Jänner 2016, 12:37
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"Absurde Regie ist eine Beleidigung für die Oper", so der Dirigent

Rom – Der italienische Dirigent Riccardo Muti übt erneut scharfe Kritik an Opernregisseuren wegen ihrer oft zu radikalen Inszenierungen. "Giorgio Strehler war nicht nur ein großartiger Theatermensch, er kannte auch die Musik gut. Seine Regie war nicht wie die abscheulichen Inszenierungen, die man heute sieht und von einigen auch gelobt werden. Zum Glück bin ich kein Kritiker", kommentierte Muti.

Muti kritisierte etwa den russischen Regisseur Dmitri Tcherniakov für seine als Saisonpremiere 2013 inszenierte "Traviata". "Seine Regie habe ich als Affront gegenüber Verdi und Italien empfunden. Ich bin kein Konservativer. Doch wenn die Regie absurd ist, beleidigt sie die Oper mit Blödsinn, der am nächsten Tag, vor allem in Deutschland, in die Presse kommt", kritisierte Muti.

Das Thema Opernregie sorgt derzeit in Italien für Diskussionen. Der britische Regisseur Graham Vick wurde von Scala-Intendant Alexander Pereira für die Produktion von Giacomo Puccinis "La fanciulla del West" durch den Kanadier Robert Carsen ersetzt. Vick war mit Scala-Musikdirektor Riccardo Chailly in Konflikt geraten ist, weil der Regisseur die Puccini-Oper in einer Schwulenbar inszenieren wollte. Chailly hatte auch mit dem Regieduo Moshe Leiser und Patrice Caurier gestritten, weil er sich gegen sexuell explizite Szenen hartnäckig gewehrt hatte, auf die die Regisseure bei der Saisonpremiere mit Verdis "Giovanna d ´Arco" gedrängt hatten. (APA, 11.1.2016)

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