Neujahrsziele auch wirklich umsetzen

14. Jänner 2016, 05:30
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"Erfolg ist Kopfsache", sagt Mentalcoach Marcus Täuber. Für seine Tipps nahm er Anleihe bei Erkenntnissen der Hirnforschung

Äpfel statt Zigaretten, Mühsames gleich erledigen, netter zur neuen Kollegin sein – auch fürs Büro nimmt sich so manch einer zum Jahreswechsel Großes vor.

Wie aus einem guten Vorsatz eine neue Verhaltensweise wird, damit beschäftigt sich Hirnforscher und Mentaltrainer Marcus Täuber, Leiter des Instituts für mentale Erfolgsstrategien. Er formuliert drei Strategien, mit denen es gelingen soll, Ziele auch wirklich umzusetzen.

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Nicht "Ergebnisziele", sondern "Handlungsziele" regen zum Tun und Umsetzen an, sagt Mentalcoach Marcus Täuber.

Auf Erfolg "programmieren"

Das Gehirn auf Erfolg zu programmieren, sagt Täuber, funktioniere wie bei einem Navigationssystem. Man gebe also den Zielort – das "Ergebnisziel" – ein (zum Beispiel: Mödling) und folge dann Schritt für Schritt den einzelnen "Handlungszielen" (zum Beispiel: bei der nächsten Kreuzung rechts).

Die meisten Menschen würden zu viele Gedanken dem Ergebnisziel widmen, so Täuber. Dieses sei zwar objektiv messbar und gebe Orientierung – leite aber nicht bei der Umsetzung an. Um wirklich etwas voranzubringen, brauche man Handlungsziele. "Sie beschreiben, 'wie' etwas gemacht werden soll".

Bei der Formulierung der Handlungsziele helfe die Arbeit mit Bildern oder Slogans. "Wenn eine Führungskraft zum Beispiel mehr Sichtbarkeit bei Mitarbeitern zeigen soll, könnte das zum Beispiel sein: 'Sei sichtbar wie ein Leuchtturm'." Durch ein solches Bild, sagt Täuber, werde das Gehirn auf das Ziel ausgerichtet.

Gefühle nutzen

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Besser mit Gefühl: Dem Ziel eine Emotion zuzuordnen, ist eine weitere Strategie.

Um sich zu motivieren, sollte man zudem seine Ziele in Gefühle übersetzen, rät Täuber: "Was genau möchten Sie schaffen und warum? Welches Gefühl verbinden Sie damit? Spielen Sie Ihr Ziel mit allen Sinnen in Ihrem "Kopfkino" durch. Entdecken Sie, wie es sich anfühlt, das Ziel erreicht zu haben."

Neue Gewohnheiten schaffen

"Gewohnheiten entstehen, wenn wir wiederholt auf denselben Reiz in der gleichen Art und Weise reagieren", sagt Täuber. "Mit anderen Worten: unerwünschte Gewohnheiten sind automatisierte Handlungsmuster. Eine Gewohnheit besteht aus einem Reiz, der die Gewohnheit auslöst, der Routine, die das eigentliche Verhalten darstellt, und der Reaktion, der Belohnung."

Anstatt alte, tiefsitzende Routinen zu bekämpfen, sei es weit effektiver, neue Reize und Belohnungen anzulegen. "Sobald diese neue Gewohnheit stark genug ist, löst sie die alte Gewohnheit ab."

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Statt dem sechsten Kaffee einfach einmal einen Tee trinken – neue Gewohnheiten können helfen, lästige alte abzulegen.

Wer sich zum Beispiel vornimmt, vor der Arbeit laufen zu gehen, solle folgendermaßen vorgehen: Die Sportsachen immer am selben Ort bereithalten, immer zur selben Zeit trainieren, sich immer in denselben "positiven emotionalen Zustand" bringen (beispielsweise mittels Musik).

Täuber empfiehlt zudem, langsam anzufangen – "neue Gewohnheiten setzen sich schrittweise fest" – und sich anfangs nach dem Sport auch zu belohnen. (lib, 14.1.2016)

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