Tod von fünf Flüchtlingen vor italienischer Küste befürchtet

11. Jänner 2016, 14:06
51 Postings

Schlepper hatten 40 Menschen zum Sprung ins Wasser gezwungen – Seit 1. Jänner rund 24.000 Flüchtlinge via Slowenien nach Österreich

Rom – Nach einem Flüchtlingsunglück vor der süditalienischen Küste wird der Tod von fünf Frauen aus Somalia befürchtet. Schlepper hatten die Insassen eines Bootes gezwungen, unweit der Stadt Leuca ins Wasser zu springen. 35 Menschen gelang es laut Medienberichten, ans Festland zu schwimmen, nach vier Personen suchten die Rettungskräfte am Montagvormittag noch, eine Frau konnte nur tot geborgen werden.

Unterdessen sind trotz des Winterwetters weiter tausende Flüchtlinge zwischen der Türkei und Österreich unterwegs. Allein in den ersten zehn Tagen des neuen Jahres seien 25.000 Flüchtlinge über Slowenien nach Westeuropa gereist, berichtete die Nachrichtenagentur STA am Montag in Ljubljana.

24.000 Ankünfte in Österreich

In Österreich kamen im selben Zeitraum beinahe ebenso viele – rund 24.000 Schutzsuchende – an. 1.652 Menschen wurden wegen fehlender Dokumente oder unglaubwürdiger Angaben an der Grenze zurückgewiesen, sagte Polizeisprecher Michael Masaniger der APA.

Auch weiter im Süden in der Ägäis wurden neue Flüchtlinge registriert. Am Montag kamen nach Angaben der Küstenwache in der Hafenstadt Piräus 1.104 Flüchtlinge an Bord einer Fähre von den Inseln Chios und Lesbos an. Am späten Sonntagabend war eine andere Fähre mit gut 500 Geflüchteten von den gleichen Inseln in Piräus eingelaufen. Die Schutzsuchenden hatten zuvor von der Türkei auf die griechischen Inseln übergesetzt. Befragt von Reportern sagten die meisten Migranten, sie wollten nach West- und Nordeuropa weiterreisen.

Türkei will Syrern Arbeitsgenehmigungen erteilen

Zur Eindämmung der Einwanderung nach Europa will die Türkei syrischen Flüchtlingen Arbeitsgenehmigungen erteilen. Das teilte Europa-Minister Volkan Bozkir am Montag nach einem Gespräch mit dem Vizepräsidenten der EU-Kommission, Frans Timmermans, in Ankara mit.

Mehr als 150.000 Menschen seien im vergangenen Jahr illegal in die Türkei eingewandert, fügte Bozkir hinzu. 500 Flüchtlinge würden täglich an der Grenze aufgehalten.

Die Türkei hat der EU zugesichert, den Flüchtlingszustrom zu begrenzen. Im Gegenzug soll sie Finanzhilfen in Höhe von drei Milliarden Euro für Flüchtlinge in der Türkei und Visa-Erleichterungen für ihre Bürger erhalten.

Visumspflicht

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Wochenende erklärt, die Türkei habe bereits wichtige Punkte des Ende November beschlossenen Migrationsplans umgesetzt und etwa eine Visumspflicht für Syrer eingeführt, die aus Drittstaaten in die Türkei einreisen wollen. Das sei wichtig, weil jeden Tag viele Syrer etwa aus dem Libanon oder Jordanien ins Land kämen. Dagegen hatte sich Timmermans vergangene Woche unzufrieden mit dem Stand der Umsetzung gezeigt.

Viele syrische Flüchtlinge planen eine Weiterreise nach Westeuropa, weil sie in der Türkei kaum finanzielle Unterstützung und keine Arbeitserlaubnis erhalten. (APA, 11.1.2016)

Share if you care.