Hightech-Orgasmus: Smarte Vibratoren auf dem Vormarsch

11. Jänner 2016, 10:12
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3D-Druck, künstliche Intelligenz, Crowdfunding: Auch Sex-Toys nehmen an technischer Innovation teil

Mehr als die Hälfte aller Frauen sollen Vibratoren benutzen. Mittlerweile sind Sexspielzeuge kein Tabu mehr, sondern Bestandteil des Sexlebens vieler Menschen. Das war nicht immer so: Ursprünglich war der Vibrator zur Linderung von "Hysterie" eingesetzt worden. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde er verklausuliert als "Wellness"-Gerät gepriesen. Erst ab den 1970er-Jahren wurde er langsam auch öffentlich als Sexspielzeug wahrgenommen – und spätestens mit "Sex and the City" und Konsorten von der Mitte der Gesellschaft akzeptiert.

Karrierepfad für Ingenieure

Mittlerweile ist der Vibrator auch in der IT-Branche dick da: Immer mehr Software-Entwickler und Ingenieure suchen sich die Sexbranche als Karriereweg aus, berichtet der "Guardian". Tatsächlich kann in diesem Bereich viel verdient werden. Während die Pornobranche an Piraterie und Amateurvideos zugrunde geht, geben Menschen immer mehr Geld für physische Gadgets aus. Neue Modelle werden auf IT-Messen wie der Tech Crunch Conference präsentiert, die Tech-Website "Gizmodo" testet regelmäßig Vibratoren.

"Apple der Sexspielzeuge"

Auch die bessere Verfügbarkeit und mehr Präzision im 3D-Druck treiben die Entwicklung von Sexspielzeugen an. Man nehme Lelo, das "Apple der Sexbranche": 2003 gegründet, setzt Lelo ganz auf technische Innovationen wie eine "Sensetouch"-Technologie. Alle Gadgets werden mittlerweile komplett selbst hergestellt, 3D-Druckern sei Dank. Ausgezeichnet wurde Lelo beispielsweise für den "Ora 2", einen "Oralsex-Simulator", der laut Kundenrezensionen "besser als der echte Akt" ist.

amorana

Crowdfunding für smarte Vibratoren

Fortschritt in der Sexbranche entsteht auch durch Crowdfunding: Innovative Ideen können unkompliziert finanziert werden. Ein Beispiel dafür ist "Eva", die man "ohne Hände und ohne Gurt" benutzen kann. Das "Sex-Wearable" konnte auf Indiegogo mehr als 800.000 Dollar einheimsen – das waren 1.151 Prozent des Finanzierungsziels.

alexandra fine

Als nächste große Weiterentwicklung sehen Experten laut "Guardian" künstliche Intelligenz. Mit dem "Hum" befindet sich ein erster smarter Vibrator in Produktion. Er soll sich merken, welche Modi bei Nutzer und Nutzerin besonders gut ankommen, und sich darauf konzentrieren.

meet hum

Sensoren messen unterschiedliche Werte und können Orgasmen erkennen. Via Arduino kann "Hum" selbst programmiert werden, der Vibrator ist Bluetooth-fähig. Geladen wird er übrigens drahtlos – er setzt auf die neueste Qi-Technologie. (red, 11.1.2016)

  • "Hum" ist ein smarter Vibrator, der sich selbstständig verbessert.
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    "Hum" ist ein smarter Vibrator, der sich selbstständig verbessert.

  • Neue Produkte werden mit dem 3D-Drucker hergestellt.
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    Neue Produkte werden mit dem 3D-Drucker hergestellt.

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